Essen-Überruhr, hört man, verbiete es mir,
Es meinen Geburtsort zu nennen.
Man lädt mich zwar jedes Mal ein auf ein Bier,
Doch nur, um sich von mir zu trennen.
Mich dürstet es so nach dem Wiegengefühl,
In alter Gewissheit zu baden –
Schon schließt tumbes Modernisierungsgemühl
Den letzten verbliebenen Laden.
Man schläfert hier jeglichen Anhaltspunkt ein.
Nur ich kann doch nicht alles erinnern!
Dann bittet man rüde, mich rechts einzureih’n,
Im Rudel von echten Beginnern.
„Ich bin hier geboren!“, rumort es in mir
(die S-Kurve immer im Blick),
Geb weder verloren den Ort und das Hier
Und schlurf durch den Ruhrwiesenschlick.
Im Eisstielwald der Kindergärten
Ist der letzte Busch Sehnsucht verbrannt.
Bis zum Punkt, da noch nächtens die Glutnester schwärten,
Hab ich Magnum Mandel erkannt.
„Magnum Mandel„, erkläre ich allen Erziehern,
„ist gelegentlich nur Theorie!
Manchmal gleitet die Eiswelt ins Tal wie auf Skiern,
Mal geschieht das nur selten bis nie.“
„Und was“, fragst du, „willst du mir damit denn sagen?“ –
Wechselst antwortenscheu gleich das Gleis.
„Ich war auch mal so wie die anderen Blagen
Und ich aß dabei sehr gerne Eis.“
Nach einer Saison unterm Mullbindenhimmel
Schrei’n meine Augen nach Strand –
Verödetes Licht kriecht durch Grauen und Schimmel,
Die Lichtung heißt: anderes Land.
Oh, seliges Dösen mit Sand an den Füßen
(die eben noch Socken verpackten)!
Ich streich aus erröteten Postkartengrüßen
Die allzu genüsslichen Fakten.
Ja, vertaut die Vertrautheit verdunkelter Welten
Gern felsenfest in meinen Häfen –
Es dämmert der Glam von dem emsigen Selten
Mir fernschönstes Licht in die Schläfen!
Dies sind konservative Blumen!
Wer wär ich, wär ich ihrer Meinung?
Ich brüll in ihr Blühen ein eiliges Buh. Men-
tal wünsch ich ihre Versteinung!
Verneinung der Blüte!
– weil konversativ.