Stühle hoch, Licht aus!
Im grellen Licht heißt’s Abschied nehmen
Von dem, was uns gegeben –
Lasst uns auf der Erinn’rung Schemen
Das letzte Glas noch heben!
Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos
Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 36 Länder auf 5 Kontinenten

Stühle hoch, Licht aus!
Im grellen Licht heißt’s Abschied nehmen
Von dem, was uns gegeben –
Lasst uns auf der Erinn’rung Schemen
Das letzte Glas noch heben!

Strg + V, analog
Nach monitorbeschienener Zuhausebleiberei
Bin ich jetzt vom Empfang erlöst und sowas von dabei.
Und jeder Tropfen Blut in mir
Verneunfacht seine Stärke,
Es strömt sich eine Flut ins Hier
Voll neu erdachter Werke.
Weshalb hab ich mich je entwöhnt
Vom längst gewussten How-to-do?
Warum bloß hab ich mir verpönt
Das „Heute schau ich nur mal zu!“?
Je weiter ich nach draußen drift‘,
Je mehr erfasst mich Sinn,
Ich tippe nur noch via Stift
Ins echte Mittendrin.
Alle Rechte bei Katja Reichert-Bloch, für die das Gedicht im Rahmen der Kuba-Spendenaktion 2023 von mir gekauft wurde.

Mein Ostererlebnis
Der Hase kennt sehr gute Eierverstecke –
Und zwar in der Heia und unter der Decke.
Dort suchten sie auch meine Finger und fanden:
Der Herr ist wieder auferstanden!

Wie im Flug
Es grenzt beinahe an Betrug:
Stunden, die vergeh’n im Flug – ?!
Jedenfalls im Flieger
Bleibt das Zähe Sieger.

Reisefertig
Wenn Reisetaschenreißverschlüsse
Sich ihre Krampen reiben,
Am Bahnsteig rasche Abschiedsküsse
Als letzter Gruß verbleiben,
Wenn Vorbereitungseifer sich
Gen Wirklichkeit entspannt
Und das Gepäck deckt ein für dich
Die Zeit im andern Land,
Ist man schon spürbar angetan,
Kennt Leute, Strand und Preise,
Nun folgt die Haut dem großen Plan
Und macht sich auf die Reise.
Alle Rechte bei Cora Cristofolini, die das Gedicht im Rahmen der Kuba-Spendenaktion 2023 von mir gekauft hat.

Poesie & Nährwert
Dieses Gedicht fabuliert einen Startpunkt,
Von dem sich noch Linien verzweigen,
Markiert Grazie, mit der es schon vor jeder Tat prunkt,
Proklamiert Immanenz als sein Eigen.
Doch letztlich dient dieses Gedicht der Ernährung,
Schafft Eier, Kartoffeln und Brot,
Von Versen gestrickt ist es wahrhafte Währung,
Verbleibt in Punkt Anspruch devot.
Dieses Gedicht schreiben andre Poeten
Und -*innen nun vielfältig fort.
Dieses Gedicht besorgt nur die Moneten –
Ein Anfang fürs werdende Wort.
Und entgegnet mir nicht, dies sei nur ein Gedicht!
Denn es sorgt andernorts – auf ein Wort – für: Gewicht.
Alle Rechte bei Frauke Gnadl, die das Gedicht im Rahmen der Kuba-Spendenaktion 2023 von mir gekauft hat.

Crossover-Ripostegedicht zu Tucholskys „Das Ideal“ und den Heidi-Klum-Rant von Roger Willemsen.
Der Ich-Handel (The I-deal/Dimunitiv von „selten“)
Ja, das möchste:
Du willst bei der Challenge heut voll überzeugen,
Dass all jene andren dich neidisch beäugen
Und Heidi kreischt fleischig vor Scheineuphorie,
Du hätt’st krass Personality
Und die Fashionwelt wird sich schon bald darum reißen,
Dich auf ihren Kampagnen willkommen zu heißen.
Du schwebst vom Walk auf Wolke Sieben,
Bist dabei ganz du selbst geblieben,
Gibst dich dem Netz in Gänze hin
Als mega! Influencerin,
Bekommst von dort so viel zurück:
Ein tausendfach geteiltes Glück.
Ja, das möchste.
Aber,
in Wahrheit wirst du voll verheizt
Im Tollhaus, das mit Chancen geizt,
Verkackst im Kreis beknackter Grazien,
Verlacht als Wackelkandidatin,
Die beständig, unbändig und flehentlich flennt
Vor gemeinen Designern, die eh keiner kennt.
Letztlich fehlt dir das Foto zum Model-Champ,
Du hoffst noch auf das Dschungelcamp
Und hangelst fesch von „Au!“ zu „Au!“
Durchs Dickicht dich vom Trash-TV.
Doch wie sehr man sich auch engagiert,
Dass man sich dann noch etabliert
Vorm bösen Ansturm erster Fältchen
Das
Ist seltchen.

Fraternidad (freie Übersetzung des Gedichts von Luz de Cuba)
Achtung, hier spricht die Poesie!
Achtung, hier spricht die Poesie!
Poetisieren Sie sich bitte,
Poetisieren Sie sich,
Dass die Verse rauschen wie Zugvögelschwingen,
Erhaben wie erhebend
Mit Schwung in das Himmelreich über den Dingen –
Wir überqueren schwebend
Die Weiten von Meeren und Ozeanen,
Weil Wasser uns nie trennt!
Wir müssen den Weg zueinander nicht bahnen –
Wir sind 1 Firmament.
Tik-tak schlägt die Stunde der Poesie
Tik-tak – die Minute aus Reim
Tik-tak – die Flamme der Melodie
Wir weben aus Farben ein Heim.

Weisheit, vergebens
„Nun, da ich es verstanden hab,
Bin ich so knapp vorm Gehen!“,
Ruf ich hinauf aus meinem Grab.
Du wirst es nicht verstehen.

Ermüdungsbrüche
Ich suhle und besudel mich in Ungewöhnlichkeit,
Stöhn immer etwas langgeweilt und falle aus der Zeit.
Ach, könnte ich für irgendwas
Mich zweimal interessieren!
Ach, fänd ich mal an etwas Spaß
Nach lebenslangem Gieren!
Kenn keinen Unterscheidungsgrad
Von Lebensqualitäten.
Mir ist egal, worauf ich wart –
Es kann sich nur verspäten.
In mir verschwendet, ohne Not, sich unaufhörlich Leben.
Doch wird’s mich bis zu meinem Tod, sehr unbeeindruckt, geben.
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