… ans Ende der Karl-Marx-Allee!
Wär‘ das nicht der aller Entrées ihr Entrée?
Ein jeder käm‘ uns noch von sonstwo entgegen
Um nur einmal sich dortlängs hinfortzubewegen
Alles pro Promenieren und Boulevardieren
Per flachem Flanieren dem Trott trottoiren
Und halt manchmal auch einfach nur gradwegs spazieren
Mit Upgrade-Gezwirntem mittenmang
Wer sich geh’n lässt, ergibt sich dem Droschkenzwang
Hei, da grüßt schon recht stramm die Strausberger Garde
Man hält sich an Restkandelabern gerade
Und im bersteinrostgoldenen Lichtergewühle
Beschleichen uns schlendernd noch Torschluss-Gefühle
Da fühlt sich der Streuner wie ein Burgherr in spe
Auch wenn hier kein Schloss steht – Kerl, wat’n Entrée!
Ist Ihnen bekannt, dass Immanuel Kant
Imma ma‘ schnell in Kantinen verschwand?
Denn einmal darinnen,
Konnt‘ Kant dann von innen
Verkannte Esser viel besser versteh’n:
„Mann, imma nur Nudeln – ich kann’s nimma seh’n!“
Dieses Feld trägt noch immer die Sonne
Doch es hat sich im Kopf schon getrennt
Es strahlt in der üppigsten Wonne
Die sich in sich selber verbrennt
Noch wabert die fröhliche Zeit
Im frecher fröstelnden Dunst
Schon greift vom Waldrand aus weit
Des Winters grobe Kunst
Der malt ohne Farben
Schon löscht er, was bunt
Wir jedoch haben
Noch ohne Grund
Angst ums Jetzt – es
Hält sich matt
Manch letztes
Blatt
Es ist, einmal enttarnt, der gewöhnlichste Duft
Nur er schlüpft als exotisches Ahnen
Und verfolgt deine Sinne als zähester Schuft
Er verhöhnt deine Freude als zahnen-
Des Sehnen nach etwas mehr Orient und so
Auf leicht zu becircendem Glaubensniveau
Dass du, Haremsberechtigter, schlürfst erste Dosen …
Ripostegedicht zu „Sie saßen und tranken am Teetisch“ von Heinrich Heine unter der Vermutung, dass Heine sich nur aus semantischen Gründen den Lapsus eines identischen Reimes (Teetisch – ästhetisch) leistet. Es war natürlich der rein reimende Stehtisch gemeint, dessen Nutzung durch Sitzende Heine unstatthaft, wenn nicht kriminell, erschien.
Wir saßen und tranken am Stehtisch
Wir saßen und tranken am Stehtisch
Und kamen so lieblos uns vor
Denn fraglos war’s wenig ästhetisch
Wie der Tisch an Bedeutung verlor
Wie negierten frech alle Semantik
Und bestuhlten, wo aufrecht man steht
Der Plattenbau moserte grantig:
„Ey, wenn ihr nicht steh’n wollt, dann geht!“