Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 36 Länder auf 5 Kontinenten

  • Alter Peter Schatten & das eintausendfünfzigste Gedicht

    Alter Peter Schatten & das eintausendfünfzigste Gedicht

    Im Musäum

    Karla Valentina
    Balla Primarina
    Schalk und Rauch Schlawiner
    Karla Valentina

    Liesl statt Kalauer
    Adelsspross von Dauer
    Tadellose Power
    Liesl statt Kalauer

    Wallen Teenageherzen
    Bei den alten Scherzen?
    Finden coole Städter
    Neu Vergeh’ndes better?

    Sind solche zu-e Schauer
    Über Haupt Verdiener?
    Liesl statt Kalauer
    Karla Valentina


  • Auer Dult & das eintausendneunundvierzigste Gedicht

    Auer Dult & das eintausendneunundvierzigste Gedicht

    Zwischen Schalen

    Unter den Kartoffelschalen
    Finden keine Schönheitswahlen
    Statt
    Wiewohl unter Schalentieren
    Diesbezüglich Dates kursieren
    (Datum – Uhrzeit – Stadt)
    Auch unter Kartoffelkäfern
    (Die ich plante einzuschläfern!)
    Wird verdruckst gemunkelt
    Warum man wohl Landgaststätten
    Die normal geschlossen hätten
    Nachmittags verdunkelt
    Kurz zuvor gefiel’s manch Kerfen
    Schick in Schale sich zu werfen
    Und man fragt: Warum?

    Nun, in der Gerüchteküche
    Gehen nicht nur Wohlgerüche
    Um
    Mitten schaler Nachgeschmäcker
    Schreit wohl bald schon ein Entdecker
    Der’s enthüllet hat:
    Sehr wohl finden Schönheitswahlen
    Unter den Kartoffelschalen
    Statt!

    Nur ich kann beim Kartoffelschälen
    Nicht zwischen schön und hässlich wählen
    Lass zahllose Schalen vom Abfall verwalten
    Werd nur eine Schale Kartoffeln behalten


  • Eisbachufer & das eintausendachtundvierzigste Gedicht

    Eisbachufer & das eintausendachtundvierzigste Gedicht

    Im Verlauben

    Auf laubbedecktem Rasen liegen
    Derweil die weit’ren Blätter fliegen …
    Zu sagen: „Baum, bei bess’ren Wettern
    Würd‘ ich mich hier auch entblättern!“


  • Luitpoldpark & das eintausendsiebenundvierzigste Gedicht

    Luitpoldpark & das eintausendsiebenundvierzigste Gedicht

    Unherbst (Flammt ein Flämmchen)

    Flammt ein Flämmchen alter Wärme
    Um dein kaltes Haus
    Sein Gemüt voll Wellnesstherme
    Schrüht vor Saus und Braus

    Dabei war bei uns Lethargie allseits beschlossen
    Das Rücktrittsgedudel ward weidlich genossen

    Was hadert das Gedärme?

    Erst proklamiert sich neue Zeit
    Nun schlampt sie mit der Gültigkeit
    Und mogelt sich hinaus


  • Buchs & das eintausendsechsundvierzigste Gedicht

    Buchs & das eintausendsechsundvierzigste Gedicht

    Die zwei Jahreszeiten

    Die Sonne schwalbt durchs Schattgeäst
    Und Laub wie Laub krönt Welten farben
    Wie wallt sich auf zum Schatz der Rest!

    Als würde noch geheim: Es starben
    Die Prachten solcher Königtümer
    Im angestammten Jahrestakt
    Und üblich reisst’s von ungestümer
    Glorie Herzhaut, falben nackt

    Für dich regt sich schon Auferstehung
    Mit mir schimpft Herr St. Nimmerlein
    Schwenkt längstens in die Unumgehung
    Des baldigst Ganz-Gewesens ein


  • Nordkirchen & das eintausendfünfundvierzigste Gedicht

    Nordkirchen & das eintausendfünfundvierzigste Gedicht

    Radausflug

    Die Ausflugsflutler cruisen rum
    Und alle Welt ist Eiscafé
    Schnall, Helmut, dir den Kinngurt um!
    Im Winter liegt ja meistens Schnee
    Dann hilft uns die Erfahrung

    Last wirkt froh und munter – Grund:
    Der Lenker pflügt durchs Kunterbunt

    Ich mag dich unter Wahrung
    Des klug ausgefädelten Planungsquadrats
    Im Dehnschmerz des Zuviel-wär-nicht-gut-Spagats
    Vor gut rasiertem Publikum


  • Schlosspark & das eintausendvierundvierzigste Gedicht

    Schlosspark & das eintausendvierundvierzigste Gedicht

    Knospe und Blüte

    Der Bauerstochter Brustumfang
    Gibt sich noch richtig Mühe
    Doch unterkost den drallen Zwang
    Welch Schicksal ihr erblühe

    Es gilt, weiß Gott, bei Gott und allen
    Allahs, den gerechten:
    Es erfährt jede Dehnung
    Auch ihre Erwähnung
    Im Guten wie im Schlechten


  • Siegestor & das eintausenddreiundvierzigste Gedicht

    Siegestor & das eintausenddreiundvierzigste Gedicht

    Ripostegedicht auf „Der Rabe“ von Edgar Allen Poe – unter besonderer Berücksichtigung, dass die Hälfte der verwandten Buchstaben dem Wort „R-a-b-e“ bzw. „A-b-e-r“ entstammen.

    Das Aber der Raben

    Aber, sprach der Rabe Abel
    Zu der Räbin Barbara,
    Las grad eben in ’ner Fabel
    Unsre Art wär charterbar
    Für allerlei Schläue- und Schabernacksparten!?
    Offenbar parkt dieser Poe
    Unsre Stärken anderswo –
    Wie sind wir an den argen Leumund geraten?

    Sag an, Babs, was wir verbrachen?
    War wer je so scharf auf Aas,
    Dass man mitten blut’ger Lachen
    Der Kadaver Braten fraß?
    Was wählt Poe da Raben zum Mahner vom Schnitter?
    Na, ahn’s ja: ’s war wieder
    Das schwarze Gefieder
    Klar, mag’s Edgar dark, aber, Allen, wie bitter …

    Derart Warn- und Drohgehabe
    Sind mir fremde Albernheit –
    Trotz‘ ja in Charakterfarbe
    Dem geerbten Federkleid!
    Bei Herrn Barbarossa war ich der Entwarner!
    Arbeiter im Air-Geschwader!
    War gar Part von Odins Kader!
    Per Vers degradiert nun zum Gräberumgarner!?

    Was hat denn dieser Arsch von Poe
    Uns derart anzugehen?!
    Gab’s an Getiere anderswo
    Kein Derberes zu sehen?

    Belege herbei für abnormes Betragen!
    Braver Gatte, der ich war
    Wie der Brabbelblagenschar
    Wunderbarer Vater!
    Darf nach aller Gram und Marter
    Eines Rabenelternpaars
    Auch im Namen Barbaras
    Derer ich apart erfragen?!

    Aber erwarte da besser ma‘ gar nix, Babs!
    Außer Metapherblablakram-Gelaber!

    Raben, die an raren Gaben
    Mehr als andere erwarben
    Bleibt nur auf der Erde Ball
    Zu bestehen, überall:
    Als poe-sitives Aber


  • Flakturm III & das eintausendzweiundvierzigste Gedicht

    Flakturm III & das eintausendzweiundvierzigste Gedicht

    Letztes Geleit

    Für einen Hauch von Linderung
    Dünkt’s mich, ein Heer zu geben
    Und wär‘ auch diese Minderung
    Mein letzter Gruß ans Leben

    Die Krume eines vollen Tags
    Soll meinen Sarg bedecken
    Danach mag jeder, der noch mag
    Mir meine Füße lecken


  • Mauerpark & das eintausendeinundvierzigste Gedicht

    Mauerpark & das eintausendeinundvierzigste Gedicht

    Im Mauerpark

    Die Mauer ist weg
    Und ein Park war’s noch nie
    Als „Ditt is’ma typisch Balin!“-Utopie
    Dient dies Hier nur dem Zweck
    Eurer Eifer-Verklappung
    In zichtenverstummelter Karstüberlappung
    Des Kronenkorkenwonderlands
    Und manchmal spielen hier auch Bands!

    Man ist der Frage vom „Warum?“
    Ein gut gelauntes Publikum
    Und zeigt per Selfie seinen Will’n
    Im Restgras mächtig abzuchill’n
    ‚was später kommen noch some friends
    Und manchmal spielen hier auch Bands!

    Ganz schocklos wird da abgekifft
    Sehr locker hier, was das betrifft!
    Oft hockt hier DJ-Prominenz!
    Und manchmal legt von denen noch wer sein Set auf …


Die 254 Städte/Länder der Fotos (2016-2025)


Gedichte/Fotos ausgewählter Tourstationen:

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