Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 36 Länder auf 5 Kontinenten

  • Slam 2018 & das eintausendsechzigste Gedicht

    Slam 2018 & das eintausendsechzigste Gedicht

    Ausschnitt aus dem für den Feature-Auftritt beim Slam 2018 geschriebenen k.u.k.-Teamtext

    Ein Geschenk

    Ja, Hallöchen, Popöchen – wen ham wir denn da?!
    Ihr versmaßtauben, kross-fritierten Schweineöhrchen!
    „Mein Gott, Mutti, ich glaub’s nich – da steh’n k.u.k!“
    Na, Zeit wird’s für Woah!s oder Boah!s oder Böah!chen!

    Wir sind keine Prinzen, wir sind keine Bettler –
    Auch wenn wir so aussehn –, nicht Waldorf und Statler,
    Wir sind auch ganz sicher nicht Schiller und Goethen –
    Wir sind k.u.k. – Yeah! – Koslovsky und Klötgen!
    Das reimt sich nun echt nicht! – Es sei uns verziehen!
    Wat hab’n wir ob unreiner Reime gespieen …!
    Die sich ernsthaft beim Slam in das Bühnenlicht drängen
    Man fragt sich: Wie tief können Messlatten hängen?
    Doch wenn’s nicht gelingt, Stümperei zu vermindern
    Dann lässt sich ’ne Engelmann ooch nich verhindern!
    Uns war’s stets Passion, unsre Zeil’n zu vollenden
    Anstatt sie mit seiernden Pathos zu schänden

    Auch wenn’s für uns Zeit war, die Segel zu streichen
    Zieh’n wir heut die Säbel, die Jury zu eichen!
    Drum nehmt unsern Rat an und lasst euch nicht blenden
    Von denen, die hier ihre Seele verpfänden
    Und spritzig wie aalglatt euch nach dem Mund reden
    „Die sprechen mir voll aus der Seele!“ – Auf jeden!
    Vieles wurde ja ausschließlich dafür geschrieben!
    Und das ist gar nicht ehrlich. – Nö, nur hintertrieben!
    Ist was altherrenwitzig, was unsäglich trist
    Straft’s ab, sobald es eklig ist!
    Doch sind Inbrunst und Verve auch im Wortschatz zu seh’n
    So hadert nicht lange und zückt eure Zehn!


  • Zürich & das eintausendneunundfünfzigste Gedicht

    Zürich & das eintausendneunundfünfzigste Gedicht

    In der Vorrunde Soundso

    Wieder döppt man mich für fünf Minuten
    In den schwallenden Brei der Redundanz
    Und entschieden trotzt mein Hirn den Fluten
    Gereckt nach den Bojen der Eleganz

    Doch die Welle wird mich überspülen
    Nicht lassen zu fassen mit Dominanz
    Ich kann meine Qualen nichtmal fühlen
    Im Unertrag bettet mich Rede, ganz


  • Havel & das eintausendachtundfünfzigste Gedicht

    Havel & das eintausendachtundfünfzigste Gedicht

    Ripostegedicht zu Goethes „Zauberlehrling“

    Der Laubbaumsperling

    Hat im alten Zweiggeäste
    Äsend Rehlein nachts gewütet?
    Aufgewellt häng’n welk die Reste
    Die ein Jahr lang ich behütet!
    Siechen gelb und gräulich
    Manche sind fast braun
    Krümmen sich abscheulich
    Grässlich anzuschau’n

    Wackle, wackle
    An dem Aste
    Lös‘ die Last der
    Toten Blätter
    Da ich nicht mehr länger fackle
    All das Laub zu Boden splätter‘!

    Seht, schon gehen die danieder
    Die dem Grün ihr Kontra boten
    Gänzlich frisch strahlt alles wieder
    Niemand trauert um die Toten
    Und in neuem Leuchten
    Glänzt mein heim’lig Baum
    Wie in einem feuchten
    Sperlingmärchentraum!

    Wackle, wackle
    An dem Aste
    Lös‘ die Last der
    Toten Blätter
    Da ich nicht mehr länger fackle
    All das Laub zu Boden splätter‘!

    Kaum, dass ich mein Werk vollbracht hab‘
    Gilbt es schon am nächsten Zweige …
    Noch halt‘ ich hier eisern Wacht ab!
    Was ich rasch dem Rott’nden zeige
    Und mit frischem Mute
    Tu ich, wie’s erprobt!
    Spür den Stolz im Blute
    Mein Erfolg mich lobt

    Rüttle, rüttle
    An den Stellen
    Wo die hellen
    Blätter kleben!
    S’soll am Ast, an dem ich rüttle
    Nichts als grüne Blätter geben!

    Aber wehe, noch bevor der
    Nächste Tatort ist bereinigt
    Dringt zu mir die höchste Order
    Dass die Krone Welkung peinigt!
    Und im Wipfel seh‘ ich
    Gelb und Braun und Rot!
    Denk‘ noch, ich sei fähig
    Herr zu werd’n der Not …

    Doch dann birgt der
    Ganze Himmel
    Farbgewimmel
    Sondergleichen!
    Schon ist mein Plan ein Verwirkter!
    Keine Kraft kann hierfür reichen!

    Rasend schnell erbleicht das Grünen!
    Mir bleibt, hilflos zuzuschauen …
    Soll wohl für den Hochmut sühnen
    Dass ich Herrscher ward dem Grauen?!
    Und es schwebt von selber
    Nieder Blatt um Blatt!
    Alle Welt wird gelber
    Alle Welt wird matt

    Wie ist jener
    Anblick schmerzlich
    Da nun leert sich
    Ganz die Krone!
    Baum, der einst belaubt wie keener
    Zeigt sich plötzlich gänzlich ohne!

    Ach, hätt‘ ich doch nie gerüttelt
    Nie die Grenze übertreten
    Nicht das Laub selbst abgeschüttelt!
    Muss jetzt brav zum Meister beten:
    Herr, der du verwaltest
    Jedes Blatt der Welt
    Gut, dass du mich schaltest!
    Weil mir nun erhellt:

    Sperlingschnäbel
    Soll’n sich hüten
    Rumzuwüten
    Im Geäste!
    Spüre nun der Demut Säbel …
    Danke, Meister, bist der Beste!

    „Dennoch sollst du bitter büßen
    Spatzenhirn, für deine Taten!
    Blätter lass ich wieder sprießen
    Aber du kannst lang drauf warten:
    Bis es wieder grünt, sollst
    Du erfroren sein!
    Doch nachdem du blutzollst
    Schwebt mir vor, dass dein

    Reuig Sühnen
    Fortan stünde
    Für der Sünde
    Früherkennen!
    Drum soll man das Neu-Ergrünen
    Dir zur Ehre Frühling nennen!“


  • Potsdamer Tor & das eintausendsiebenundfünfzigste Gedicht

    Potsdamer Tor & das eintausendsiebenundfünfzigste Gedicht

    Unerwarteter Erfolg

    EINLADUNG ZUM KÖRPERPICKNICK
    Jede/r bringt was mit!

    Eigentlich ein lauer Ficktrick …
    Doch manch Braut gefiel die Masche
    Dass sich’s staute beim Genasche
    Im entblössten Schritt


  • Treptower Park & das eintausendsechsundfünfzigste Gedicht

    Treptower Park & das eintausendsechsundfünfzigste Gedicht

    Das Treptower Ehrenmal

    Den Treptower Ehrenmalerdhügelmann
    schau‘ ich mir sehr gern und auch häufiger an

    Ditt Hakenkreuz noch anne Hacken
    rechts Schwert und links das Kindlein packen
    wirft er gemächlich seinen Schatten
    auf Gras und Grab- wie Gehwegplatten

    Dem Dichter: Oase, herrscht allmächtig: Stille
    Davon gibt’s ja sonst hier nu wirklich nich ville

    Und drum beehr‘ ich’s hundertmal
    als Versemehrers erste Wahl!


  • Molecule Man & das eintausendfünfundfünfzigste Gedicht

    Molecule Man & das eintausendfünfundfünfzigste Gedicht

    SEV again

    Berlin, du verkorkstes Gerippe von Stadt
    Wann kriegst du ma irgendwas hin
    Du krüppelst dich cool mit: Wer nix hat

    Der hat

    Am Ende noch nicht einmal Sinn


  • Spreehafen & das eintausendvierundfünfzigste Gedicht

    Spreehafen & das eintausendvierundfünfzigste Gedicht

    Auf Abstand

    Wie könnt ich dir mehr als nur undankbar sein
    Da ich dich von außen betrachte?
    Wir war’n wie aus Volldampf im Mittenhinein
    Und opferten nichts dem Verdachte

    Mancher Zustand drängt nicht, ihn als Glück zu versteh’n
    Und versinkt dann im Zuselbstverständlich
    Wir trudeln fast lieblos durchs Weitergescheh’n

    Und markieren Versprechen als endlich


  • Rudolfplatz & das eintausenddreiundfünfzigste Gedicht

    Rudolfplatz & das eintausenddreiundfünfzigste Gedicht

    Im Pendlerzug

    Ich stecke im Berufsverkehr
    Und kenne mich nicht aus
    Mein Handgepäck ist viel zu schwer
    Weiß quasi nix von Staus
    Ich hätte gern wie ihr zu tun
    Doch künstler‘ durch das Leben
    Begünstigt mich dies Dasein nun?
    Plagt euch grad Neid? – Nö. – Eben.


  • Lörrach & das eintausendzweiundfünfzigste Gedicht

    Lörrach & das eintausendzweiundfünfzigste Gedicht

    Schöpfer der Kleinstadtplastik

    Als großer Mann der Kleinstadtplastik
    Löst‘ ich mich vom Soll
    Ich fall‘ hier niemandem zur Last – ich
    Stell‘ nur alles voll

    Auch wenn das von mir Aufgestellte
    Man weder liebt noch hasst
    Zeigt mir den Ort auf dieser Welt, zu
    Dem solch‘ Ruch nicht passt!


  • Petersplatz & das eintausendeinundfünfzigste Gedicht

    Petersplatz & das eintausendeinundfünfzigste Gedicht

    Der Sinn des Lebens

    Möcht ich mit dem Rest Elan noch etwas bezwecken?
    Gibt es einen lohnend Wert für mich zu entdecken?
    Soll ich in der Niederwelt wieder suchend taumeln?
    Oder lass ich unterm Glied frei mein Säckchen baumeln?

    Letzteres soll fortan sein: Sinn von meinem Leben!
    Habe dieser rohen Welt doch noch was zu geben …


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