Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 36 Länder auf 5 Kontinenten

  • Universitätskantine & das eintausendeinhundertfünfzigste Gedicht

    Universitätskantine & das eintausendeinhundertfünfzigste Gedicht

    Menschen

    Es ist gar nicht notwendig, Menschen zu essen,
    Um menschlichen Wohlgeschmack nicht zu vergessen.
    Wir können die Nähe von Körpern genießen,
    Auch ohne die Zahnreihen um sie zu schließen –
    Zur Sättigung lässt man das Augenlicht stöhnen
    Und wohlig Odeure das Stammhirn verwöhnen.

    Es braucht auch im Abstand das stiere Begehren,
    Um menschliche Leiber mit Anstand zu ehren –
    Von sexuellen Attraktionen,
    Die in jedem Hinblick lohnen,
    Muss niemand die sinnlichen Fingerchen lassen!

    Doch schmause auch vom Unbekannten,
    Drück dich nicht vor Varianten –
    Es gibt so viel Menschen, um nichts zu verpassen!


  • Anse Takamaka & das eintausendeinhundertneunundvierzigste Gedicht

    Anse Takamaka & das eintausendeinhundertneunundvierzigste Gedicht

    Going on a Tata to Anse Takamaka

    Wroom, the indian engine roars,
    Wroom, click, gear-gear, roaaaamm …
    And the multitude of rupee coins
    In the driver’s plastic bag
    Clicker-di-click-click
    Like the treasures of a pirate’s chest
    But there’s no way out of Victoria
    Without getting … stuck … in … traffic …
    Stuck … in … traffic … stuck
    And the fully packed rumbler sighing:
    How did all these cars get on that island?

    But after the airport – we fly away
    On and on and on and on and anse on anse on anse on anse …
    Passing 150 shades of green in a lushness
    And lust for growth
    That it bothers me
    That just by looking at it
    Even as a man you could get pregnant
    And on and on and anse on anse …
    We call „Devan!“ by the sight of palm trees –
    Leaving the Tata for Anse Takamaka,
    Understanding in the shimmering sand
    That we’ve never understood the colour blue
    And would never be able to describe
    Anyone this range of blueness –
    Except for saying
    That we
    Were
    There.


  • Anse Laszio & das eintausendeinhundertachtundvierzigste Gedicht

    Anse Laszio & das eintausendeinhundertachtundvierzigste Gedicht

    Ripostegedicht zu Bert Brechts „Komm Mädchen, lass dich …“

    Das generische Maskulinum

    Komm dorthin, wo da steh‘n
    Die Mädchen und der Hopfen!
    Ins Leben lass dich geh‘n
    Und Dir das Herz verstopfen!

    Das geht bis in die Füße!
    Und ist die Wurzel wund,
    So bunkre für dich Grüße –
    Sag: „Danke, bin gesund!“

    Die höchste Krone gilt
    Dem Duttenpracht-Entblößer!
    Die Sorgen werden mild,
    Des Lebens Freuden größer.

    Der Blick streift meist zu eilig –
    Am Bauch verweilt mein Mund!
    In Lieb und Lust wird heilig
    Der Erdenkugel Rund.


  • La Digue & das eintausendeinhundertsiebenundvierzigste Gedicht

    La Digue & das eintausendeinhundertsiebenundvierzigste Gedicht

    Die Leichtigkeit der Mählung

    Komm, lass uns einander verbindlichst verbinden!
    Wie sollten wir zwei noch was Besseres finden?
    Klingt das zu bescheiden? Den Neidern vielleicht.

    Die grämt, was uns beiden an Lebensglück reicht.


  • Intendance & das eintausendeinhundertsechsundvierzigste Gedicht

    Intendance & das eintausendeinhundertsechsundvierzigste Gedicht

    Am Gatter

    Kann die Losigkeit hinter dem Gatter riechen,
    Spür der Sicherheit lähmende Arme –
    Mir ist nicht vergönnt, mich darin zu verkriechen.

    Immer wieder gemahnt mich mein Name,
    Dass die Unmöglichkeit eines guten Endes
    Zu untergestaltend zur Aufgabe zwingt.

    Ich schlitt‘re ohne Fundament – es
    Kümmert zu spät, dass das alles nichts bringt!

    Für rare Momente schien viel überwunden –
    Als wäre das Gatter frei interpretierbar.
    Doch auf gleicher Höh‘ hab ich mich nie befunden –
    Davon zeugt auch die ratternde Zeit unbeirrbar.


  • Check-In & das eintausendeinhundertfünfundvierzigste Gedicht

    Check-In & das eintausendeinhundertfünfundvierzigste Gedicht

    Am Flughafen

    Mutti, sieh!
    Dem Duty-Free-
    Shop stopft
    Und pfropft
    Warenvielfalt
    Mit Zarengewalt
    Alle Regalle haltlos voll –
    Und nichts davon will man verzoll‘!

    Kind,
    Ich find
    Dein Int‘ressieren
    An der Welt, die wir passieren,
    Phasenweise –
    Ich sag‘s leise:
    Sprachlich zu geschwollen.
    Und Regal – das weißt du, gell?! –
    Spricht man nicht mit Doppel-L!


  • Haus der Kunst & das eintausendeinhundertvierundvierzigste Gedicht

    Haus der Kunst & das eintausendeinhundertvierundvierzigste Gedicht

    Tagediebe unter sich

    Vertraue aufs „Das haut schon hin!“
    Und hau‘ dich auf die Couch mit rinn!


  • Oachkatzl & das eintausendeinhundertdreiundvierzigste Gedicht

    Oachkatzl & das eintausendeinhundertdreiundvierzigste Gedicht

    Crossover-Ripostegedicht zu Leopold Sedar Senghors „Gedicht für meinen weißen Bruder“ und Robert Gernhardts „Gesetz den Fall, ihr habt ein Schaf gekränkt“.

    Angeschwärzt

    Gesetzt den Fall, das Schaf ist schwarz –
    (wie schnell fällt dann der Satz: „Das’n Fall fürs Gesetz!“?) -,
    Und du weißt, weiß strahl’n all deine sichtbaren Parts,
    Wenn der Schäfer fragt: „Wer’s’n der Sündenbock jetz?“

    Dann gibt’s keinen Klär- oder Kränkungsbedarf,
    Weil ein Blick unsrer Herde die Weißheit beweist:
    Verbockt hat’s, klar, das schwarze Schaf –
    Erst recht, wenn es Obamäh! heißt!

    Sagt jetzt nicht: „Schwarz ist farblich doch eh am Ende!
    Da kann man sich jedwede Tönung auch schenken!
    Nichts, was schwarzes Schaffen mit Chef-Sein verbände –
    Da darf man ein Schaf auch mal schärfer für kränken!“

    Ein gutes Wollgeknäuel zu tragen,
    Liegt auf jedem Fell in der Schafe Natur,
    Drum drängt euch nicht zum Kränken-Wagen –
    Als stünden wir nicht vor der selben Rasur!


  • Warschauer Himmel & das eintausendeinhundertzweiundvierzigste Gedicht

    Warschauer Himmel & das eintausendeinhundertzweiundvierzigste Gedicht

    Dem Äther

    Radi – Radi – Radio,
    Ich drehe am Rad deiner Sendersuche
    Und flüchte mich ins Irgendwo,
    Getrieben vom seiernden Deutschpop-Eunuche.
    Wissend:
    In dem Gerausche der Ultrakurzwellen
    Gibt’s die momentelang richtigen Stellen,
    Die wandernd der lot-rote Strich für mich findet
    Und Gerättreue kurz an Bestätigung bindet.
    Erinnernd:
    Die matt hinterleuchteten Stadtnamenskalen
    Im Musiktruh’n entströmenden Röhrengeruch,
    Die ’nem Dreiersprung folgenden Megaherzzahlen
    Am Radiorecorder nebst Bandsalatfluch.
    Mixtape-alert auf der Suche nach Stil
    Stieß ich tiefnächtens aufs Herz von John Peel,
    Gab ihm die Lizenz, mir die Nächte zu stehlen
    Mit krudem Kram aus noch verdecktem Gefallen –
    Den würde mir Spotify niemals empfehlen!
    In solch Algorithmen riecht alles nach allen.
    Verklärend:
    Auf Grundig und Blaupunkt brach ich dereinst auf
    Zu landen an Stränden von neuen Instanzen.
    Von Sony und Sharp nahm ich Flotten in Kauf,
    Als Worte und Klänge mich lehrten zu tanzen.
    Abwehrend:
    Du maulst gekränkt, hier fehle die
    Probierkraft der Community –
    Der autarkische Schwarm sei der Held vom Gedichte!
    Das ist vielleicht nicht grundverkehrt,
    Mir bleibt’s ein Reichtum ohne Wert –
    Das wird später deine, nie meine Geschichte.


  • Stalinallee & das eintausendeinhunderteinundvierzigste Gedicht

    Stalinallee & das eintausendeinhunderteinundvierzigste Gedicht

    Regen in der Simon-Dach

    In Berlin ist der Regen am grausten
    Und treibt durch die Straßen wie desint’ressiert
    An all der temporär enthausten
    Unwürdigkeit, die da frömmelnd spaziert
    Und irrt
    Und irrt.
    Und irrt.
    (Man will etwas Spirit ja trotzdem erleben.)
    Und immer nasser,
    Blasser
    Wird.
    (Hier wirkt aller Abschaum nur herrlich daneben!)

    Es belächelt die Stadt die zerzausten
    Schöpfe, die ohne Berechtigung sind.

    In Berlin ist der Regen am grausten
    Und aus dir nieselt immer noch Schönheit, mein Kind!


Die 254 Städte/Länder der Fotos (2016-2025)


Gedichte/Fotos ausgewählter Tourstationen:

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