Heut hab ich die letzte Erinn’rung verbraucht
Und wink ihr seitdem hinterher.
Bin manche Stund‘ wehmütig in sie getaucht –
Spür Duft und Geschmack nimmermehr.
Entrissen vom Tau, das im Fluss ziellos treibt,
Verbunden allein durch Verlust.
Am End‘ ist’s die Leere, die mir von ihr bleibt:
Ich habe es einmal gewusst.
Ist dies nun der Brauch einer Hilflosigkeit,
Ein flötender Anflug von Wut?
Ist hier wer zu weiteren Schritten bereit
Und heißt man sie nötig, gar gut?
Vom Abi ermächtigt, auch alles zu sagen,
Stolziert man in alle Arenen hinein,
Doch kann keine Meinung im Plural ertragen,
Plärrt bockig, man muss sich „von denen“ befrei’n.
Ist dies nun der Brauch einer Hilflosigkeit,
Ein flötender Anflug von Wut?
Ist hier wer zu weiteren Schritten bereit
Und heißt man sie nötig, gar gut?
Alte Damen halten die Kiste in Gang,
Da die Grandpas schon stoisch veröden –
Die spielen die Herzogs vom mindren Belang
Und hampeln durchs eigne Verblöden.
Man muss beim Triumphbogen nicht übertreiben
Und lässt auch beim Pogo zu stumpfe Moves bleiben –
Doch letztmalig bleibt unbemerkt,
Wo sich die letzte Zeit verstärkt.
Den Stau der von Marmor geglätteten Kühle
Flattert kühn eine Schwalbe aus Warmluft entzwei,
Ein Wind drängt die schwerfällig dreharme Mühle
Zum Durchwirbeln der zeitlosen Aircraft-Kartei.
Mancher Hauch ist hier auch schon vorm Zeitmaß gewesen,
Riecht kellerdunstschmauchig, jahrhundertbelesen,
Ist vom Blitztakt des Lichtspiels nur passiventzückt,
In platzhirschgebührende Langmut entrückt.
Wie verlahmt schlurft mein Dasein mit latschigem Schritt –
Der gewinnt erst im Nachhall der Architektur!
Die bewahrt ihren Wert und veredelt mich mit –
Ich fühl mich beheimischt trotz Sightseeing pur.
Und geschmeidig befächelt von Grade-Kaskaden,
Ein Lächeln vom Bad in den alten Arkaden,
Bestürmt frühe Anmut die Sehnsucht der Haut –
Ich bin von der Straßen Zug gleichsam erbaut.
Ob Mangold oder Mobilephone –
Das Angebot auf Amazon
Ist, Gottlob, ohne Rahmen!
Das „Ich bestelle, wo ich wohn‘!“
Eint unsre Beichtstuhl-Religion.
Dank Dir, Alexa, Amen.
Ich mag die Tönung vor der Bräunung,
Wenn das porzellanene Rührmichnichtan
Sich antastend wagt aus der Kleidung Umzäunung
Und allürenfrei einragt ins Nackte, ja, dann
Hält der Frühling ein glühendes Körpercomeback,
Er flattert sich unbändig aus allen Zwang,
Schleudert Perlen, die ich – etwas unerlaubt – einsteck‘,
Denn ich weiß, all die Winter sind zahlreich und lang.
Statt der Po-Ebene mag ich das Backige preisen,
Das Bettfirmament eines schönen Popos!
Ganz im Schwindel vom sündigen Geierblickkreisen
Vor dem Lob-Zölibat deines strengen „Soso!“s