Wanderer, ist es schon soweit,
Dass auch deine Wanderzeit
Tatsächlich sich
Allmähehlich
Annähern will
Den von gelben Schil-
Dern prognostizierten Gehzeitminuten?
Musstest du dich dafür insgeheim sputen?
Läufst du nun gar
Manchmal Gefahr,
Sie laufend zu überbieten
Wie lausigste Sonntagslaufnieten?
Leider ist es so, dass für die Restzeit auf Erden
Auch Angeber zunehmend
Langsamer werden.
Es stülpt sich aus der Starre
Ein beplüschter Gruß hervor,
Zupft an der F-Gitarre,
Spitzt das zart gescheckte Ohr,
„Akkorde, Akkorde!“, fordern da Chöre,
Ihr Echo frohlockt prickelnd: „Sekt, Sekt, Sekt!“,
Es bersten vor Fülle die Bäuche der Störe
Und stracks wird die Tanzwut der Pollen geweckt.
Alles bugwellt ein Leben,
Das sich wiedererhellt –
Mit symphonischem Beben
Enthüllt sich die Welt.
Nun fehlt dieser Sehnsucht der Landesteg, das Ufer und der Strand.
Ebenfalls hinfortgefegt: das hinterm Nichts liegende Land –
Und sei‘s auch nur ein Kontinent.
Zwischen und inmitten Gischt wellt und windet Tosen,
Dass es zischt aus den Matrosen,
Deren Seele brennt.
Lieber Liegefahrradfahrer,
Ich als Kommentar-mir-Sparer
Staune doch, wie unverdrossen
Du dein Liegefahrrad fährst
(völlig ratschlagsresistent)
Und dich klingelnd (permanent)
Gegen deine Restwelt wehrst.
Aus gern überseh‘nem Tal
Zetert deine Unterzahl
„Hallo, Vorfahrt?!“ unverzagt,
Jäh umrahmt wie überragt
Von jenen Verkehrsgenossen,
Die sich auf dich eingeschossen,
Um vereint sich zu empören.
Dich allein scheint‘s nicht zu stören –
Du drehst weiter flach die Runden,
Forderst deine Rechte ein,
Rohrspatzmäßig, unumwunden –
Vorsatz: Mich kriegt keiner klein!
Wer sich legt mit Liegern an,
Kriegt‘s zu tun mit Kriegern, Mann!
Mancher Zwist bremst viel zu schlicht sich –
Diesbezüglich liegst du richtig!
Sehnsuchtslang senkt sich mein Blick
In das leere Tal –
Ach, Kafire, kehrt zurück,
Segnet unser Mahl
In der verödenden Eintönigkeit!
Dies Dorf durchdröhnt eine Kleingeistigkeit:
Daseinsstumpf stirbt jedes Fest,
Schönheit wird verhöhnt –
Ach, dass ihr mit diesem Nest
Wieder euch versöhnt,
Bin ich von Gott zu erfleh‘n noch bereit.
Denk es in Handschweiß, denk es in Plastik –
Weiß wohl, du denkst: Scheiß Gedankengymnastik!
Das gräuliche Vergilben
Der Computertastatur,
Der Chor der Hausstaubmilben
In Ritzen dort singt, nur
Es hapert an Verständlichkeit:
Auch digital herrscht Endlichkeit.
Denk’s in Accounts-, Clouds- und Updates-Verwalten –
Weiß wohl, du denkst: Das bleibt ewig erhalten!