Mönchgrün & das hundertneunundneunzigste Gedicht

Mönchgrün

Irgendwo hinter diesem Hügel liegen die 15 Häuser von Mönchgrün. Aber wie es da auschaut, muss man selbst ergründen. Vielleicht beim Literarischen Weinfest 2017?

Schlummertrunken

Wo die grünen Mönche wohnen
Mitten Apfelbaumgeäst
Torkle ich mit Kollisionen
Halte mich am Weine fest
Leg mich auf der Wiese nieder
Hoffe, dass das Wetter hält
Sattle meinen Abtauchsieder
Reite in 'ne andre Welt

Balkonien & das hundertachtundneunzigste Gedicht

Aus Balkonien

Vom Balkon der erhöhten Maxvorstadt ins Netz gesetzt.

Zeugen der Dichtung

Ich habe mein Heim nicht über den Dächern
Sondern siedle bescheiden im Dache
Wo Vogelvisiten betäuben und krächern
Beobachtungszögerlich, was ich da mache ...
"Na, Gedichte, du Piepe! Und zwar über dich!"

Das Angesicht zu Angedicht
Behagt den frag'nden Vögeln nicht
Und solch Fokusse fürchtend, verpissen sie sich

Isartor & das hundertsiebenundneunzigste Gedicht

Am Isartor

Es war da so eine Ahnung, als wenn sich das gute Wetter immer verkrümelt, sobald ich wieder in München ankomme. Heute sieht das anders aus. Aber der Eindruck bleibt - in Form eines Gedichts:

Hoch & Wasser

Die Gewässer sind mit allen Wassern gewaschen
Und Nässe lässt sich von der Nasenspitz naschen
Die Spatzen sind's satt, durch die Stadt zu spazier'n

Weil Platzregen ratzefatz das hinfort spülen
Was sich bereits regte an Sommergefühlen
Nun trommeln die Tropfen aufs hoffende Hirn

Erlangen & das hundertsechsundneunzigste Gedicht

Schloss Erlangen

Schon wieder ein Stadtschloss - gestern Braunschweig, heute Erlangen.

Fragen über Fragen

Was willst du mit deinem Gezeter, Erlangen?
Verlangst du von Mittätern bessere Zangen?
Ist nicht so ein Hater per se schon befangen?
Und meinst du, dass zehn Meter Absperrband langen?

Das sind halt so Fragen - die kann man sich stellen
Doch würden hier wahrlich die Antwor-
-ten nicht so richtig was erhellen
Denn, was, zum Teufel, habt ihr vor?

Braunschweig & das hundertfünfundneunzigste Gedicht

Schloss-Arkaden Braunschweig

Für die einen ist es das pompöseste Einkaufszentrum der Welt, für die anderen ist es einfach Duplo: Die Schloss-Arkaden Braunschweig.

Das Schloss

Des Schlosses Tor ist aufgeschlossen!

Schon strömet das Fußvolk mit pilgernden Riten
Selig gewahr, dass die Herrn auf den Rossen
Über Braunschweig, Saturn und das Weltbild gebieten

Wie fiel Männer und Butlers hier verkehren!
Dort preist man Thalia, da segnet Apollo!
New Yorker Gesandte die Stadt heut beehren
Und mittenmang, schaut!, residiert Marc O'Polo!

Und mit Esprit, Nanu Nana
Besieht man, was kein Volk je sah!
Welch Pracht! Auf die kraft Ladenschluss
Man kurz entschlossen warten muss

Tonstudio & das hundertvierundneunzigste Gedicht

Tonzone Studio Wattenscheid

Den Vormittag in Wattenscheid für die Aufnahmen von sechs weiteren Songs zum am 2. Oktober erscheinenden zwölften Marilyn's Army genutzt. U.a. dieses Lied:

Starallüren

Insgeheim kann ich schon spüren
Wie die frühen Starallüren
Schür'n die Divenhaftigkeit
Es greift Kritik per se zu weit

Spart Euch das - ruft freudenvoll:
Alles verziehen, alles wundertoll!
Weiterhin zu inkludieren:
Nicht mehr zieren - Schmierenstück ole!
Halberledigt stimmt die Predigt bis auf unbestimmt

Ganz geheim wirst Du Dich rühren
Und die zu Idolen küren
Als würd'st Du für ihren Thron
Dich immer int'ressieren schon

Ungemein kann es verführen
Wenn vor den verschloss'nen Türen
Zeigt sich meine Wenigkeit
Glaub mir, boy - es führt zu weit!

Spar Dir das - und bleib Dir treu
Alles verlogen, alles auch nicht neu!
Weiterhin zu inkludieren:
Abservieren - Schmierenstück ade!
Und sich gnädig dem entledigt, obwohl alles stimmt.

Essenpresse & das hundertdreiundneunzigste Gedicht

WAZ-Artikel Poetry Tour

Bei den Heimgastspielen in Essen mit großem medialen Empfang überrascht worden.

Der Autor

Noch vernarbt vom Vertragen mit den Verlagen
Wird mit neuer Lektüre an Türen geleckt
Geklagt ob der Buchstaben, die fürs Buch starben

Er versteckt, dass er Verse mit Werbung vertaggt

Bielefeld & das hundertzweiundneunzigste Gedicht

Sparrenburg

An manchen Stellen sieht Bielefeld dann aus wie Bayern. Oder Schottland? Gibt's doch gar nicht.

Ginikön von Westostfalen

Ja, ganz ohne viel an der Welt rum zu dreh'n
Kann jeder die Liebe in Bielefeld seh'n
Das fällt dir nicht leicht oder fällt dir gar schwer?
... Debilefeld macht auch was her!

BOB & das hunderteinundneunzigste Gedicht

Bad-Tölz

Die BOB-Bahn fährt mit Wortwitzschwung über bayerische Ferienortgleise und sorgt für die Münchner Idyllenspeisung. Wäre auch ein Gedicht wert. Hat mit dem folgenden aber gar nix zu tun:

Honey

Mit jedem Schritt steckst du nur tiefer noch drin
Und im Publikum spricht sich das Ende schon rum
Jed' Versuch, sich zu wehr'n, verliert weiter an Sinn
Ich reich' dir ein Messer - du dankst es mir stumm

Bad Tölz & das hundertneunzigste Gedicht

Der Bulle von Tölz

Sicherlich nicht das Schönste an Bad Tölz, aber von der Stadt irgendwie zum Wichtigsten erkoren: Der Bulle von Tölz. Hier eines der Denkmäler.

Bob, der Bademeister (Stölz & Vorurteil)

Er ist's, dem die Welt oft ins Schwimmen gerät
Wenn er zur Bestimmung der Buchstaben späht
Auf das Meer eines Striche- und Bogengerölls
"Da vorn das ist ... Bauklotz?! Vielleicht auch Bad Tölz?"

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Frank Klötgen - Post Poetry Slam - täglich frische Gedichte & Fotos RSS abonnieren