Santa Margherita & das eintausenddreihundertsechsundachtzigste Gedicht

Am Campo Santa Margherita

Der alten Jungfer

Bist bis zum Sterben schön gewesen
Und bliebst doch am Schluss so alleine,
Warst so begütert wie belesen -
Und so schöne Beine!
Derweil du dich so gut gehalten,
Hielt niemand deine Hand.

Hier liegt im Grab der zählbar Alten:
Ein Schatz, der kaum bekannt.

Lido di Jesolo & das eintausenddreihundertfünfundachtzigste Gedicht

Lido di Jesolo Mainstreet

Zu Gast in der Off-Season

Der Urlaub hat jetzt Ferien
Und niemand kommt hier her.
Die zieh'n auf Netflix Serien
Und nix zieht wen ans Meer.

Der Nachtportier gießt jeden Sonntag die Pflanzen
Und neigt dazu sich selbst im Spiegel zu grüßen.
Es gibt so viel Raum aus der Reihe zu tanzen
Und bis vor April wird man nicht dafür büßen.

Die Vorhänge schreien: Wir haben geschlossen!
Der Flair vom Entree übt das Barrikadieren,
Besuchende werden mit Argwohn beschossen -
Hier will vor April nichts und niemand passieren!

So säumen den Ort, wo sonst Hunderte wohnen,
Paläste von düsteren Schlüsselpatronen,
Denen Nachsaisonkühle die Flure bereinigt,
Bis dass kein Gebrunst mehr die Einsamkeit peinigt,
Für die - insgeheim - diese Straßen geschaffen
Als der Welt letztes WLAN-Netz-Schutzreservat,

Das in dem Moment Parasiten begaffen
Zur Planung von Kaper- und Brandschatzerfahrt
Auf Buchungsportalen und in Katalogen,
Weil man zur Erholung sich einnisten will.

Derweil sind wir zwei durch die Gassen gezogen
Und war'n im Gealber so unglaublich still.

Traumtänzer & das eintausenddreihundertvierundachtzigste Gedicht

Karneval von Venedig 2020

2-tone, heutzutakte

Skamusik zum Maskenball
Gibt's seit gestern überall!

Wasservögel & das eintausenddreihundertdreiundachtzigste Gedicht

Blick auf Giudecca

Fit in Grammatik

Wie heißt'et richtig, gottverdammich:
Ich war schwimmen - Ich bin schwammig?!

Aschermittwoch & das eintausenddreihundertzweiundachtzigste Gedicht

Karneval von Venedig 2020

Im Karneval (sieht bislang alles ganz gut aus ...)

Die Schönheit der Kostüme
Frisst Body-Ungetüme,
Es lässt vom Karnevalen
Sich Unmaß überstrahlen.
Schon schluckt der Schminke Gnade
Manch Mix der Promenade
Und kurz erlöscht Vergesslichkeit
Die grund(s)ätzliche Hässlichkeit.

Lagoon Pirates & das eintausenddreihunderteinundachtzigste Gedicht

Die Lagoon Pirates beim Karneval von Venedig 2020

Hans im Glück et al.

Du isst Burger? Ein Duisburger lässt dat -
Der duist nicht zu Birken, wo Wuirgfraß sein Nest hat!

Centro Storico & das eintausenddreihundertachtzigste Gedicht

In der Altstadt von Trient

Auf Italien - ein Trinkspruch

Das Licht auf den Steinen braucht hier keine Sonne -
Ein tief im "Es war einmal ..." startweg begonne-
Nes sinnenfreudfrommes, quellsprudelndes Glück
Bewahrte sich schadlos als Gnad' des berück-
Enden, wurzelbesäufenden Auftaus Moment,
Des' Bruderblut man gleich erkennt.
Alles schmeichelt reich und haltig dir,
Löst olle Knotigkeit im schier-
En Erlebnis vom alles umarmenden Leben -
Auf das lasst uns das Glas erheben!

Ottica & das eintausenddreihundertneunundsiebzigste Gedicht

In der Altstadt von Trient

Bei Tirol

Weil i a wenig (immerhin!)
An Italiener ähnlich bin,
Schwärmt Trudchen (unter Alkohol):
Gell, Alois, du tust'ma wohl!

Trient & das eintausenddreihundertachtundsiebzigste Gedicht

Trient, Piazza Duomo

In Trient (Dinge ändern sich)

Weil Britta ja Trient
Nicht so richtig kennt,
Ward' sie nie zum Fan der Brenta.

Heute spielt sie mit 'ner Band da!

Überseekirchturm & das eintausenddreihundertsiebenundsiebzigste Gedicht

In Übersse am Chiemsee

Lichtblicke

Wie sich ein Hauch von Sommer in den Winterwind verirrt,
Befällt auch uns mal Heiterkeit (obschon man stets verliert).
Eh, dass der Frühling Bahn sich bricht, sind wir wohl längst erfroren.
Doch wer uns kennt, der sage nicht, wir hätten nur verloren.

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