Städtespeicher & das neunundzwanzigste Gedicht

Speicherstadt Hamburg

In keiner Stadt bin ich so oft umgezogen wie in Hamburg. Ja, überhaupt bin ich in meinem Leben noch nie so oft umgezogen wie in den viereinhalb Hamburger Jahren. Gestern bei Wind und Wetter alte Adressen abgelaufen. Und irgendwann in der neuen Speicherstadt gelandet.

Und irgendwo ein Hafen

Viel Haar, mon amie, ist dir nicht mehr gegeben
Die After-Work-Orks meucheln elbisches Leben
Geschmeichelt träumt die Speicherstadt
Von spätem Pomp und Streicher satt
Beim Vorwort bin ich eingeschlafen ...

Und irgendwo rumort ein Hafen.

Lüneburg & das achtundzwanzigste Gedicht

Lüneburg IHK

Abstecher nach Lüneburg. Das achte Mal. Das letzte Mal. Und jetzt schon wieder in Hamburg.

Ein Gedicht zum Preise Lüneburgs (nebst etwas Selbstkritik)

Du heidehässliches Idyll
Du Stolz in Hansetransentüll
Du backsteinbekackter Studi-Hort
Emporgesalz'ner Niemandsort!

(Warum muss ich beim Städtepreisen
Immer irgendwie entgleisen ...?)

St. Pauli & das siebenundzwanzigste Gedicht

Superbude St. Pauli

Zum Start der letzten Runde im Norden meinem alten Lehrmeisterslam "Hamburg ist Slamburg" einen Besuch abgestattet. Hier habe ich 2002 von Tina und Hartmut meinen ersten Startplatz für die deutschsprachigen Poetry Slam Meisterschaften in Bern bekommen. Zusammen mit Wehwalt Koslovsky. Der Rest ist Geschichte.
Zu der gehört in Hamburg seit nunmehr einigen Jahren die Unterbringung der Poetry Slammer in der Superbude St. Pauli, von der viele Kollegen aufrichtige Fans sind - und in die mich die netten Menschen vom Kampf der Künste gleich drei Nächte einquartiert haben. Und da ich hier ungefähr so oft geschlafen habe wie daheim, bekommt die Superbude zum Abschied auch ein Gedicht. Is nur fair. Aber mehr als dies ist mir auch nicht eingefallen:

Superbude (Sternschanzen & Herrnchancen)

In seiner Stube
Will der Bube
Am Abend nicht alleine sein
Sudelige Puderpuppen
Lädt er in die Superbude
Und auf zwei, drei Weine ein

Die Tour & das sechsundzwanzigste Gedicht

Green Mill Poetry Slam

Bevor ich mich morgen mit der ersten Viererrutsche von einigen meiner liebsten Höhlen im Slam-Norden verabschiede, soll noch schnell ein Slogan-Gedicht als poetischer Soundtrack zum Tourfilm veröffentlicht sein:

Hashtag Abschiedstournee

Zwischen Löwen und Möwen
Zwischen Aachen und Sachsen
Zwischen Mal-wieder-Kind-sein
Und endlich erwachsen
Pend'le ich in einer Tour
(starker Abgang? Schwachsinn pur?)

Fernweh & das fünfundzwanzigste Gedicht

Wailea Beach

Wenn die letzte Wäsche gewaschen und neubeduftet im Kleiderschrank verstaut ist, bleibt sich nur einzugestehen: Ist durch, die Nummer. Um so lakonischer stimmend fällt der Anblick der gesammelten Fotodokumente aus.

Urlaubsreprise

Hotels, Hotels, Ressorts und mores
Der stete Nachhall eines "Woahs!"s
Im Labsalluxus-Wiegeschwung

Und jetzt schon: nur Erinnerung

Zurück in München & das vierundzwanzigste Gedicht

Balkon Tengstraße

Nach einem Stelldichein beim "Wo ist Hola?"-Slam in der Landebahnstadt Frankfurt und der freundlicherweise für zwei Nächte gebuchten Unterkunft zur Jetlag-Verarbeitung sind wir nach München zurück gelangt. Und bereits etwas melancholisch.

Fragestellungen und andere Positionen

Fragtest du mich, woran ich hänge, ich hinge
An dem Kalkül der vergänglichen Dinge

Doch so bewahr' ich, ungefragt
Nur alten Kram, schon hoch betagt

Jetlag & das dreiundzwanzigste Gedicht

Backstage Wo ist Hola Slam

Irgendwo zwischen dem Auftritt in Seattle und der Ankunft in Frankfurt wurde der 20. Januar verschluckt. Bin zu müde, um der Sache nachzugehen.

Nicht in der Lage - die verschobene Zeit

In Frankfurt hab ich eine Jetlagablage
Zu der ich, Frank, flugs meine Koffer noch trage
Denn die MEZ holt sich pardonlos ihr Stück
Des bei Hinfahrt verlängerten Tages zurück

Der Weg zurück, schlaflos nochmals & das zweiundzwanzigste Gedicht

Seattle Underground

Die Uhr auf dem Foto sagt alles. Der Morgen nach dem Slam ist der Aufbruch zur Rückreise. Macht die Sache nicht besser. Viele Stunden Flug, viele Stunden Zeitverschiebung. Ich rechne lieber gar nicht erst nach ...

Die Frühaufsteher

Jede Menge
Sonnenaufgänge
Tagesanfänge
Vogelgesänge

Aber an Schlaf:
Nachholbedarf

Seattle & das einundzwanzigste Gedicht

Blick von der Seattle Needle

Viel Zeit bleibt nicht, um eine zum ersten Mal besuchte Stadt zu begutachten. Der Beiname Rain City wird jedenfalls bestens bedient. Der Pike Place Market bietet Unterschlupf und Fisherman's Flair. Gefällt.

Mein Tag in Seattle

Seattle Needle
Und Grungerockgegniedel
Dann Poetrybattle
Und Schalfentzugschäddel

Buchstäblich weise steht noch auf dem Zettel:
Ein kleiner Seat - auf Schwäbisch: Seatle
Die Aussprache driftet dann doch eh'r zu
Seemann Kuddel Daddeldu

Schlaflos nach Seattle & das zwanzigste Gedicht

Amtraktrain von Vancouver nach Seattle

Früh genug: Der Amtraktrain von Vancouver nach Seattle. Die beschauliche Fahrt bietet aber gleichsam ausreichend Zeit, zehn Zeilen zum gegenwärtigen Zustand zu verfassen.

Gähn!

Ein ächzendes Gähnen, in die Halbnacht gejault
Dann stups' ich bestimmt an den Kern meiner Glieder
Der sperrt sich noch, bettschwer, protestierend, und faucht
"Was, in aller Welt, willst denn du jetzt schon wieder?!"

Doch unbeirrt zerr' ich in Tritt auf Schritt
Den matten Wust an Körper mit

Verschlafen straft mich mein Gesicht
Und selbst der Kaffee schmeckt noch nicht
So schlepp' ich mich zäh zur Moral des Gedichts:
Da musse wohl durch, ej, et hilft ja nichts!

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Frank Klötgen - Post Poetry Slam - immer frische Gedichte & Fotos RSS abonnieren