Stirnlappenbasilisk & das vierhundertvierundsiebzigste Gedicht

Stirnlappenbasilisk

Wem man so alles beim Spaziergang begegnet. 1a-Drache.

Von Rittern und Drachen und bitteren Fakten

Was Ritter so für Sachen machen
Eh sie in der Drachen Rachen
Zerknittert ihren Geist aufgeben?

Nun, halt Ritteralltagsleben:
Malen, lesen, Fahrrad fahren
Sich mit 'nem Prinzesschen paaren
Nach 'nem Kompliment erröten
Und verlier'n beim Drachentöten

Alsbald war die Ritterschar
(Mittelgroß und nachwuchsrar)
Derart kritisch dezimiert
Dass sich ihre Spur verliert

Die Sprache der Drachen kannte zu jener Zeit
Kein "Achtet doch mal auf die Nachhaltigkeit!"
So dass die Vorratsunbewussten
Elendig verhungern mussten

Es gab in diesem frühen Spiel
Von zweierlei gleich viel zu viel:
Vom ritterlichen Wagemut
Und von der Drachen Abschlachtwut

Und so gehör'n seit langer Zeit
Auch beide zur Vergangenheit

Panama & das vierhundertdreiundsiebzigste Gedicht

Oh, wie schön ist Ramadan

Oh, wie schön ist Ramadan
Und erst der Fünfjahresplan!
Das Glaubensbekenntnis und Leistungsprinzip
Die Nutzungserlaubnis - ich hab euch so lieb!

Ach, wie rar ist Schönheit erst
Die du frontal überfährst
Weil dir jed' Pamphlet gefällt
Das zerregelt diese Welt!

Oh, wie schön ist Ramadan ...
Nee, da haste dir vertan!

Fast Panama & das vierhundertzweiundsiebzigste Gedicht

Ein Kurztrip nach Panama bleibt mir wegen momentan häufigen Grenzübergangsverzögerungen verwehrt. Müssen wir mit neunzehn Ländern vorlieb nehmen oder flott die Unabhängigkeitsbewegung Hawaiis unterstützen.

Knapp vorbei

Der Panda aus den Anden war
Zwar Panama ein paar ma' nah
Ganz nahe dran an Panama
War dann der Panda doch nie da!

Faultiere & das vierhunderteinundsiebzigste Gedicht

Anblicke, die das Herz zum Schmelzen bringen: Faultiere!

Faultiergesichter

Miss- und misteranthropische Leut'
Ich weiß, ihr habt Schiss vor der Niedlichkeit
Doch zeig ich - wenn alle hier ready wären:
Die Weltmeister im Teddybären!

Punta Uva & das vierhundertsiebzigste Gedicht

Punta Uva

Fortsetzung folgt

Das Ende der Welt ist von hier nicht zu sehen
So bleibt dir nur, Leid um Leid weiterzugehen
Die Last wie einst Lust durch die Zeiten zu tragen
Und wenn's soweit ist, wird's dir irgendwer sagen

Puerto Viejo & das vierhundertneunundsechzigste Gedicht

Salzstreuer

Länder, in denen der Salzstreuer bockt
Haben die richtige Feuchte
Die sorgt dafür, dass alles Rieseln verstockt
Das sich ob der Streulöcher deuchte

Doch jedes Loch ist zugeklebt
Wie rüttelnd und schüttelnd man auch danach strebt
Die eben servierten huevos zu würzen

Es lässt sich der Vorgang insoweit verkürzen
Dass man des Streuers Schraubverschluss
Zwecks Pökelung benutzen muss
Um dann mit seinen Fingerspitzen
Zwei, drei Kristalle zu stibitzen
Die zugedeckt von altem Reis
Der darlegt, dass man durchaus weiß
Ob hiesigen Kränkelns vom Streuergerät
Aber hier geht's vor allem um Identität:

Denn immer, wenn der Streuer bockt
Bist du in einem von wenigen Ländern
In die uns ein Stück Paradiesnähe lockt

Weshalb sollt' da irgendwer je was dran ändern?

Wo die Sinne mit all ihren Züngelchen schnalzen
Erträgt man sein Rührei auch leidlich gesalzen!

Brüllaffe & das vierhundertachtundsechzigste Gedicht

Brüllaffe

Wem man so alles im Garten begegnet. Das tatsächlich lauteste Tier der Welt. Versammelt sich jeden Morgen um halb Acht neben meiner Hütte und grölt.

Brüllaffe (Punks not dead)

Du musst nicht gut sein, aber laut
Wer hätte dir das zugetraut
Dass all die streng gesetzten Hürden
Dich gar nicht int'ressieren würden?
(Derweil sie denken, du kannst nicht versteh'n
Hangelst du dich von der Acht auf die Zehn)
Und mosert wer: "Ganz schön bequem!" - sagst du: "Nein
Die Lautstärke Halten kann anstrengend sein!"
Wo And're von And'ren Gelehrtes verwalten
Musst du stetig Nichts zu was Großem gestalten

Aguti & das vierhundertsiebenundsechzigste Gedicht

Baum des Reisenden

Wem man so alles beim Spaziergang begegnet. Aber jedes Mal zu langsam für ein Foto ist...!

Mahlzeit! (Heute ein Beutetier)

Aguti - nun, das klingt schon wie
Guten Appetit! und die
Anderen Tiere, die finden das auch
Die haben a guti Aguti im Bauch!

Kaiman & das vierhundertsechsundsechzigste Gedicht

Wem man so alles im Garten begegnet. Ich hatte die unruhigen Bewegungen im Teich hinter meiner Hütte immer für einen nervösen großen Fisch gehalten. Heute sehe ich: Es ist ein - wenn auch sehr kleines - Krokodil! Da habe ich mich schon gewundert. Im Bild unten rechts zwischen den zwei Halmen ein wenig zu erkennen.

Kindliches Schoßgedicht zur neckischen Angsteinflößung

Da ist
Ein Krokodil im Gartenteich!
Erwartete nur Krötenlaich
Rasch abgetaucht zwar, sah ich gleich:
Da harrte was im Gartenteich!

Was frisst
Im Gartenteich ein Krokodil?
In seinem Reich gibt's nicht so viel ...
Es will doch wachsen? Sicherlich
Wenn du kurz wegguckst - frisst es dich!

Hörnchen & das vierhundertfünfundsechzigste Gedicht

Costa Rica Eichhörnchen

Wem man so alles beim Spazieren begegnet. (Übrigens auch einem Dreizehenfaultier, aber das Foto ist schlechter)

Faulkatzl

Wer flitzt denn da ins Eichhornloch
Völlig auf Adrenalin?
Der Herr Oachkatz wollte doch
Schon letztes Jahr entzieh'n?!
Bist du noch immer komplett unter Speed!?
Klar, hektische Flecken are all that we need!

Kannst du dort das Faultier sehen?
Das da hängt an zwei, drei Zehen
Und denkt: "Gott, was macht der da?
Hallo Brudi, komm mal klar!
Man ist eh nie schnell genug!
Sich so hetzen - Selbstbetrug!"

Das ist wie du ein Säugetier
Und deines Absturz' Zeuge hier
So nimm dir zum Vorbild und Ziele je-
Mand aus der Familie!

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