Grazer Schlossberg & das zweihundertsechsundachtzigste Gedicht

Grazer Schlossberg

Die Grazer Schlossbergstiegen an Dolomit-Gestein.

Der Steiger kommt

Werd' mit Schwung beim Treppensteigen
Es den jungen Deppen zeigen
Mustanggleich die lahmen Fohlen
Schon zur Halbzeit überholen
"Kuxtumann, wie krass der flitzt!"
Dann entschwind' ich, nass geschwitzt

Graz & das zweihundertfünfundachtzigste Gedicht

Mur und Graz.

Die Grazer Art

Grad, da aus dem Grazer Ratssaal
Graf Zahl alles, was aus Stahl
Stahl
Sprachen barsch die Stadtbarone
Und die Grazer Grazien: Ohne
Gnade gelt's derart missratene Grafen
Mit Zahlung gar all ihres Bargelds zu strafen
Und gewahr der Gefahr vor noch smarteren Taten
Darf nach Grazer Art die Straf'
Garstig hart und arg geraten

Dresden Neustadt & das zweihundertvierundachtzigste Gedicht

Bahnhof Dresden-Neustadt

Stippvisite zum Geburtstagsslam in Dresden. Leder ging die Sightseeing-Zeit diesmal für Leipzig drauf, deshalb muss der Neustädter Bahnhof als einziges Motiv herhalten

Odysseus

Bindet mich an den Mast der Stadt!
Ich mag den Sirenen lauschen ...
Will seh'n, welche Farbe mein Sargboden hat
Mich an südlichen Rogen und Drogen berauschen!

Sichert mich sorgsam vorm Sog der Gefahr!
Und sei's mit der Schlinge vom Strang ...
Denn, wer in das Auge der Inbrunst nie sah
Der lebt seit Geburt schon zu lang!

Leipzig Mitte & das zweihundertdreiundachtzigste Gedicht

Bahnhof Leipzig Mitte

Bahnhof Leipzig Mitte. Tief gesunken, groß geraten.

Genug

Heikle Schnitte durch die Kehle
Vorlaufdritte, Ukulele
Angepisste Islamisten
Schleimhautzyste, Popos fisten
Kopftuchnot der Rechtsmuslima
Pokemon und Konfi-Beamer
Infernal und Staatsgewalten
Alle mal die Fresse halten!

Cospudener See & das zweihundertzweiundachtzigste Gedicht

Cospudener See in Leipzig

Cospudener See in Leipzig.

Wenn im ...

... ersten Sommer nach dem Krieg
Ich neben dir im Grase lieg'
Schwebt über uns der Dunst von Schuld
Und spottet aller Ungeduld

Wilhelm-Leuschner-Platz & das zweihunderteinundachtzigste Gedicht

Leipzig S-Bahnhof Wilhelm-Leuschner-Platz

S-Bahnhof in Leipzig City.

Stolz und Urvorteil

Die Klarheit der Form klagt dem Kitsch-Ornament:

"Es nervt mich enorm, dass mich keiner erkennt!"

"So schluchzet laut auf und beginnt nicht im Kleinen!
Ihr sollt plakativ Krokodilstränen weinen!"

Der Klarheit erschien solch ein Auftrag zu dick
Sie beschloss zu verhärmen - mit schnippischem Schick

Krypta & das zweihundertachtzigste Gedicht

Totenwächter im Völkerschlachtdenkmal

Totenwächter im Völkerschlachtdenkmal.

Anteil

Wenn schon Blues, sag, wessen Tränen
Woll'n wir in den News erwähnen?

Leipzig Völkerschlacht & das zweihundertneunundsiebzigste Gedicht

Völkerschlachtdenkmal in Leipzig nach Wolkenbruch

Wuchtig, donnernd, wuchtig, wuchtig - Völkerschlachtdenkmal in Leipzig nach Wolkenbruch.

Stirb Langsam, Teil Nichts!

Das furorlose große Seniorenmenu
Es strotzt vor Geschmack eines "Tout est perdu"
Und eigner Überkommenheit

Man kleckert sich lecker durch kleine Portionen
So lange wir über der Erdkruste wohnen
Wenn der Mund auch schon voll ist - das Schlucken braucht Zeit!

Die vergebliche Hege des Ausgedienten
Schwingt zwischen Gewohnheit und Liebhaberei
Im Fond des nach etlichen Brüchen geschienten
Hechelnden Lächelns nach Ehrungenbrei ...

Doch kommt da nix, ohweiohwei!

Nein,
Mit drei Mai Thai und Heiteitei
Wirbt man nun frech um unser Lob
Berechnet Erbanteile, grob

Städtetourismus & das zweihundertachtundsiebzigste Gedicht

Im Gras liegen

Mein Gebiet.

Von Städten

Es gibt Städte, dort baut man mit größeren Steinen
Weshalb auch die Städte viel größer erscheinen

Es gibt Städte, da siehst du nur mächtige Türen
So möchten sie dich, Bursch, zum Diebstahl verführen

Es gibt Städte, in denen läuft nichts ohne Grund
Dort wird man dich fragen: Was willst du hier? Und

Es gibt Städte, da geht man am besten nicht hin

Und dann gibt's noch die Stadt, in der ich immer bin
Aber frag nicht, ob ich vielleicht Zeit für dich hätte

Es gibt keine Zeit in dem Dickicht der Städte

Stuttgarter Kickers & das zweihundertsiebenundsiebzigste Gedicht

Stuttgarter Kickers GAZI-Stadion

Nach dem Wald ins Stadion. Ich reiche dazu ein dem Rahmen gemäßes Herrengedicht.

Verständnis, Miss!

Du forderst "Gleichberechtigung!"
Und scheinst dabei etwas gehetzt
Dreht sich doch die Welt mit geordertem Schwung
Du sagtest ja Gleich und nicht Jetzt

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Frank Klötgen - Post Poetry Slam - immer frische Gedichte & Fotos RSS abonnieren