2 Knüpfwerk & das achthundertsechsundvierzigste Gedicht

Der Heilige Georg. Nikolaiviertel Berlin

Die Bewegten

Die Düsternis eint uns als Leidensgenossen
Und einhellig kling'n unsre Lieder
Vielleicht hat man einst aufeinander geschossen
Und sicherlich tät' man es wieder

Herr Ober, dies Drittelchen Geisterverwandtes
Zentriert unsre Mitten aufs Essen!
Umsäumt unsre Teller noch leidlich Verbanntes
Ersucht stiller Kammern Vergessen!

Denn Düsternis eint uns als Leidensgenossen
Und einhellig kling'n unsre Lieder
Vielleicht hat man einst aufeinander geschossen
Und sicherlich tät' man es wieder ...

1 Innenwind & das achthundertfünfundvierzigste Gedicht

independence avenue victoria mahe seychelles

Auf zum lesebegleitenden Dichten! Zu jedem der 45 Kapitel des Romans "Miakro" von Georg Klein werde ich ein Gedicht verfassen, zu dem ich durch irgendeine Wendung, irgendeinen Ausdruck oder sonstige Abschweifung angestoßen wurde. Keine Nacherzählung - zumal ich während des Verfassens nicht einmal weiß, wie die Geschichte verlaufen wird, aber vielleicht eine stimmungsbegleitende Vershülle.

Vorahnen

Schon dem Morgenwind entrinnt
Das Quäntchen der Verlässlichkeit

Wer erwacht noch sorgenblind
Wenn jeder Hauch nach Augen schreit?

Trotz der Stille aufgerührt
Sammeln sich wandernde Zeichen
Willensschwach und leicht verführt
Fügen sich die Weichen

Indian Ocean & das achthundertvierundvierzigste Gedicht

Silhouette Seychellen

An alle (Der schwimmende Dichter)

Ach, könnt ich die Weichheit des Wassers
Für euch in der Ferne beschreiben!

So bleibt es das Los des Verfassers:
Still über Kristalle zu treiben

Santuario della Consolata & das achthundertdreiundvierzigste Gedicht

Santuario della Consolata Turin

In Kirchen

Der Prunk ist zu hellloser Stille gezügelt
Und in die Gemäuer ward Reue geprügelt
Die Demut durchschwirrt diesen Raum in 3D

Nur ich muss nicht glauben an was ich hier seh'

Vercelli & das achthundertzweiundvierzigste Gedicht

Basilika Sant Andrea Vercelli

Sindone di Torino

Dass ich nach dem Grabtuch
Einen ganzen Tach grub
War auf seine Art 'ne Tat
Durch die ich Turin vorm Ruin hab bewahrt

Lux & das achthunderteinundvierzigste Gedicht

Kino Lux in Turin

Die Schma(ro)tzer

Gasseneleganz gelt Glanz
In das Flair der Ären
Und Epochenfirlefanz
Pocht an unser Gären
Zu historieverschlingenden Lebenslustfrönern

Noble Schönheit lässt sich durch Genuss noch verschönern

Mont & das achthundertvierzigste Gedicht

Piemont Horizont

Piemonthorizont

Im Reisfeld und am Berg von Wein
Vom Trüffelmüffelsüffelhain
Bis über den Nutellarand
Ist hier der Horizont gespannt

Mein Magen sagt: Ein schönes Land!

Alba & das achthundertneununddreißigste Gedicht

Alba Duomo

Aber aber

Aber all dieses alberne Alba-Blabla
Vom miese salbadernden Barbapapa
Der als Bar-Inventar bat: Bailando Lambada?
Aber aller Balanze beim Tanze ganz bar war

Monferrato & das achthundertachtunddreißigste Gedicht

Kirschblüte im Monferrato

Vereinsamt

Nun, da das Licht des frühen Frühlings mich schlichter denken lässt
Da all mein Wüten, Dichterkränkeln, rüpellos mein Herz benässt
Erkenne ich blass:
Das der Anderen Schöne

An die und an das
Ich mich hilflos gewöhne

Turin & das achthundertsiebenunddreißigste Gedicht

Turin

Turin

Derbmondän an Alpenkrüstchen
Barockarkadische Gelüstchen
Und immerwähr'nder Zungenschnalz
Ob des üppignostalgischen Gasthausgehalts

Ein künftiger Coolspot inmitten der Häutung
Von nobler Savoyer zu neuer Bedeutung

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