München

Fotos aus München, seit 2014 Stammsitz der Reimerei Klötgen. Unzählige Auftritte während der Tour 2016. Und danach quasi alleinige Dienststelle in Sachen meiner Poesie.

Zoolöwe & das eintausendzweihundertsechsundfünfzigste Gedicht

Löwenmännchen im Zoo Hellabrunn

Löwegeld (Der Erpreffungsfverwuch)

"Fahlen Wie daf Löwegeld
In abgegriffnen Feinen!" -
Erpressung in der Lisplerwelt
Ist manchmal schon zum Weinen.

Rückstände & das eintausendzweihundertneunundvierzigste Gedicht

Das letzte Fass, das wir tranken

Das letzte Fass

Das letzte Fass Bier, das wir leerten,
Steht gedanklich auf meinem Balkon.
Wir war'n nicht die tiefsten Gefährten -
Doch der Durst ward nicht mürbe davon.

Das letzte Fass Bier, das wir leerten
So, als stürbe schon morgen die Chance,
Wenn wir sie uns heute nicht währten
In dem blinden Eck meines Balkons.

Der Durst ist mir seither geblieben.
Als Erinnerung, die wir gestillt.
Als Rat, dieses Dasein zu lieben,

Weil's drinnen schon bald nicht mehr gilt.

Hellabrunn & das eintausendzweihundertachtundvierzigste Gedicht

Kronenkranich im Zoo Hellabrunn

Vor der Ohrfeige

Verboten ist's dir, Sohn, drum warn' ich:
Pfoten weg vom Kronenkranich!

Gartenausgang & das eintausendzweihundertsiebenundvierzigste Gedicht

Englischer Garten, Ausgang Schwabing

Summer's End

Es herbst schon wieder in die Welt -
Dieser Schlag lässt sich nicht mehr parieren.
Wie dünn sich heut der Tag erhellt!
Im Himmelhochblau zelten Schlieren.

Ein Abschied wiegt sich ins Gemüt,
Dessen Umfang wir noch nicht erkennen.

Wie stets ist es gefühlt verfrüht,
Sich jetzt von den Gärten zu trennen.

Frühnebel & das eintausendzweihundertdreiundvierzigste Gedicht

Frühnebel beim Münchner Flughafen

Requiem

Die Geschichte ist plötzlich verschwunden,
Verteilt auf leere Seiten -
Doch an keinerlei Richtung gebunden
Im Raum sich auszubreiten.

Marienklausenrutsche & das eintausendzweihunderteinundvierzigste Gedicht

Bootsrutsche am Marienklausensteg

Viertes vierzeiliges Vielfaltgedicht (Unter den Origamisten ist der Einfältige wenig)

Falls Falzgestalten von filles, die viel falten,
Keine Filigranz erhalten,
Mosern Origami-Mamis,
Dass die Welt doch voll infam is'!

Isarkies & das eintausendzweihundertvierzigste Gedicht

Kiesstrand an der Isar

Drittes vierzeiliges Vielfaltgedicht (Dem, der der Philatelie viele Taler verlieh)

Weil halt viele talentlose Philatelisten
Mal gern ihre Marken mit Macken ausmisten,
Verklappt manch Zackenzähler rare,
Fast makellose Markenware.

Adalbert & das eintausendzweihundertfünfunddreißigste Gedicht

Auf der Adalbertstraße in der Maxvorstadt

Der Alp

Ein Alptraum hat sich in das Sofa gesetzt
(und er wird sich nicht weiter erklären),
Hat sich schon zu Mittag mit Zweifeln vernetzt,
Die entzündlich in Platzdeckchen schwären.

Er spricht nicht mit mir, sondern brüllt nur herum,
Kritzelt Skizzen bedrückendster Klarheit.
Doch jedwede Frage belächelt er stumm
Und behechelt den Zugang zur Wahrheit.

Ein Alptraum streckt anmaßend sich in den Raum,
Fläzt sich in die gemütlichsten Kissen.
Noch hält sich die Szenerie halbwegs im Zaum
Und es wurde noch niemand gebissen.

Isar & das eintausendzweihundertdreiunddreißigste Gedicht

Am Isarufer bei Thalkirchen

Der alte Fluss

Nun, mir scheint, du bist noch einmal träger geworden
Und ich denke, ich kann das versteh'n.
Nach oben ist Süden und unten ist Norden,
So lang sie die Karte nicht dreh'n.

Aber neuerdings schreit es, man müsse entscheiden,
Ob dein Süden sich richtig verhält.
Für irgendwen nimmst du klammheimlich Partei, wenn
Du sagst, das sei nicht deine Welt.

Du kannst nicht einfach durch zwischen Osten und Westen,
Weil du meinst, das seist du so gewohnt.
Die halten sich nicht nur zum Spaß für die Besten.
Man hat dich sehr lang schon geschont.

Und nun hast du den Drive für die Ufer verloren
Und du hoffst, man wird dich überseh'n,
Wenn Irrtumsimmune nach neuem Plan bohren.
Ich denke, ich kann das versteh'n.

Schloss Suresnes & das eintausendeinhundertzweiundachtzigste Gedicht

Schloss Suresnes in Schwabing vom Garten der Katholsichen Akademie

Endlich Geld (ohne Ende)!

Das Ausrauben von Banken
Bezirzt meine Gedanken.
Wir haben hier nicht ewig Zeit
Und dort haust eine Möglichkeit -
So dreh'n sich die Gedanken
Ums Ausrauben von Banken.

Das Ausrauben von Banken
Heißt "Neue Chancen tanken!"
In dem Spielraum alter Sorgen
Bietet sich kein bess'res Morgen -
Uns bleibt, um aufzutanken:
Das Ausrauben von Banken.

Dem Ausrauben von Banken
Hab ich viel zu verdanken.
Einfach rein und alles nehmen,
Nachher ein klein wenig schämen -
Auch ihr mögt euch erlauben,
Mal Banken auszurauben!

Seiten

RSS - München abonnieren