München

Fotos aus München, seit 2014 Stammsitz der Reimerei Klötgen. Unzählige Auftritte während der Tour 2016. Und danach quasi alleinige Dienststelle in Sachen meiner Poesie.

Rottenchef & das eintausendzweihundertachtundfünfzigste Gedicht

Pavianmännchen im Zoo Hellabrunn

Selbstkritik am FKK

Ich bin der größte Affe,
Entblöße mich und gaffe
Auf andere Entblößte.

Gut, bin nicht ganz der Größte ...

Schneeeule & das eintausendzweihundertsiebenundfünfzigste Gedicht

Schneeeule im Zoo Hellabrunn

Meine Söhne

Meine Söhne pflügen durch dies Weltlein
In ungeklärten Farben.
Es stand vor ihrem kleinen Heldsein
Kein Leben, eh sie starben.

Doch es tuscheln die meisten vom Geist Invaliden:
Ihnen ward so ein besseres Schicksal beschieden!

Zoolöwe & das eintausendzweihundertsechsundfünfzigste Gedicht

Löwenmännchen im Zoo Hellabrunn

Löwegeld (Der Erpreffungsfverwuch)

"Fahlen Wie daf Löwegeld
In abgegriffnen Feinen!" -
Erpressung in der Lisplerwelt
Ist manchmal schon zum Weinen.

Rückstände & das eintausendzweihundertneunundvierzigste Gedicht

Das letzte Fass, das wir tranken

Das letzte Fass

Das letzte Fass Bier, das wir leerten,
Steht gedanklich auf meinem Balkon.
Wir war'n nicht die tiefsten Gefährten -
Doch der Durst ward nicht mürbe davon.

Das letzte Fass Bier, das wir leerten
So, als stürbe schon morgen die Chance,
Wenn wir sie uns heute nicht währten
In dem blinden Eck meines Balkons.

Der Durst ist mir seither geblieben.
Als Erinnerung, die wir gestillt.
Als Rat, dieses Dasein zu lieben,

Weil's drinnen schon bald nicht mehr gilt.

Hellabrunn & das eintausendzweihundertachtundvierzigste Gedicht

Kronenkranich im Zoo Hellabrunn

Vor der Ohrfeige

Verboten ist's dir, Sohn, drum warn' ich:
Pfoten weg vom Kronenkranich!

Gartenausgang & das eintausendzweihundertsiebenundvierzigste Gedicht

Englischer Garten, Ausgang Schwabing

Summer's End

Es herbst schon wieder in die Welt -
Dieser Schlag lässt sich nicht mehr parieren.
Wie dünn sich heut der Tag erhellt!
Im Himmelhochblau zelten Schlieren.

Ein Abschied wiegt sich ins Gemüt,
Dessen Umfang wir noch nicht erkennen.

Wie stets ist es gefühlt verfrüht,
Sich jetzt von den Gärten zu trennen.

Frühnebel & das eintausendzweihundertdreiundvierzigste Gedicht

Frühnebel beim Münchner Flughafen

Requiem

Die Geschichte ist plötzlich verschwunden,
Verteilt auf leere Seiten -
Doch an keinerlei Richtung gebunden
Im Raum sich auszubreiten.

Marienklausenrutsche & das eintausendzweihunderteinundvierzigste Gedicht

Bootsrutsche am Marienklausensteg

Viertes vierzeiliges Vielfaltgedicht (Unter den Origamisten ist der Einfältige wenig)

Falls Falzgestalten von filles, die viel falten,
Keine Filigranz erhalten,
Mosern Origami-Mamis,
Dass die Welt doch voll infam is'!

Isarkies & das eintausendzweihundertvierzigste Gedicht

Kiesstrand an der Isar

Drittes vierzeiliges Vielfaltgedicht (Dem, der der Philatelie viele Taler verlieh)

Weil halt viele talentlose Philatelisten
Mal gern ihre Marken mit Macken ausmisten,
Verklappt manch Zackenzähler rare,
Fast makellose Markenware.

Adalbert & das eintausendzweihundertfünfunddreißigste Gedicht

Auf der Adalbertstraße in der Maxvorstadt

Der Alp

Ein Alptraum hat sich in das Sofa gesetzt
(und er wird sich nicht weiter erklären),
Hat sich schon zu Mittag mit Zweifeln vernetzt,
Die entzündlich in Platzdeckchen schwären.

Er spricht nicht mit mir, sondern brüllt nur herum,
Kritzelt Skizzen bedrückendster Klarheit.
Doch jedwede Frage belächelt er stumm
Und behechelt den Zugang zur Wahrheit.

Ein Alptraum streckt anmaßend sich in den Raum,
Fläzt sich in die gemütlichsten Kissen.
Noch hält sich die Szenerie halbwegs im Zaum
Und es wurde noch niemand gebissen.

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