Wasser

Verse für die Phlegmatiker, denen man Wasser, Winter, Nacht, Baby- und Greisenalter zuordnet.
Die beschreibenden und erzählenden Gedichte.
Von der Naturlyrik bis zu allen Längenvarianten der Ballade.

Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Luft oder Feuer entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!

24 Augenwerk & das achthundertachtundsechzigste Gedicht

Innenhof Schloss Blutenburg

Ohne Worte

Derweil meiner Fresse die Zähne zerfielen
Und ein Pilz aus dem Lippenriss spross
Schälten sich von meiner Zunge die Schwielen
So kam's, dass ich schweigend genoss
Und nach und nach Loch um Loch wiederbefüllte
Und Essensrestnester mit Wundfleisch umhüllte

Weil aber den Zerfall eine Zähheit befraß
Die jeden Sporn Hoffnung vermüllte
Kam's, dass ich um Hilfe zu schreien vergaß

17 Inwändigkeiten & das achthunderteinundsechzigste Gedicht

Ruhpolding

Das Töten kleiner Tiere

Grad eben war noch lebend
Was nun am Fenster klebend
Längstens ist umhergeschwirrt
Um sich 'ne Zukunft aufzubau'n -
S' ward augenblicklich totgehau'n!

Ein Sein in die Zermalmung schmiert ...

Aus Angst, er könnt' der Nächste sein
Zerhäkselt dich dein Rexilein

11 Denkverhinderung & das achthundertfünfundfünfzigste Gedicht

In den Isarauen

Das Gären

Unterm asphaltischen Wegekonstrukt
Regt sich verbotenes Denken
Noch halten die Mägen, die alles geschluckt
Noch kann man es ungestört lenken

Doch

Über kurz oder lang lässt sich's nicht mehr verdecken
Denn es bläht und es furzt schon aus allerlei Ecken

9 Durstvergleich & das achthundertdreiundfünfzigste Gedicht

Wasserburg am Inn

Nuancen des Neutralen

Steter Tropfen streunt durch Höllen
Eulen werden zu Gewöllen
Letzte Haut welkt nackt und blasser
Fäule im Geschmack vom Wasser

Am End wird der Zweck jeder Wanderung sein:
Der Weg in die Härte vom andren Gestein

1 Innenwind & das achthundertfünfundvierzigste Gedicht

independence avenue victoria mahe seychelles

Auf zum lesebegleitenden Dichten! Zu jedem der 45 Kapitel des Romans "Miakro" von Georg Klein werde ich ein Gedicht verfassen, zu dem ich durch irgendeine Wendung, irgendeinen Ausdruck oder sonstige Abschweifung angestoßen wurde. Keine Nacherzählung - zumal ich während des Verfassens nicht einmal weiß, wie die Geschichte verlaufen wird, aber vielleicht eine stimmungsbegleitende Vershülle.

Vorahnen

Schon dem Morgenwind entrinnt
Das Quäntchen der Verlässlichkeit

Wer erwacht noch sorgenblind
Wenn jeder Hauch nach Augen schreit?

Trotz der Stille aufgerührt
Sammeln sich wandernde Zeichen
Willensschwach und leicht verführt
Fügen sich die Weichen

Santuario della Consolata & das achthundertdreiundvierzigste Gedicht

Santuario della Consolata Turin

In Kirchen

Der Prunk ist zu hellloser Stille gezügelt
Und in die Gemäuer ward Reue geprügelt
Die Demut durchschwirrt diesen Raum in 3D

Nur ich muss nicht glauben an was ich hier seh'

Turin & das achthundertsiebenunddreißigste Gedicht

Turin

Turin

Derbmondän an Alpenkrüstchen
Barockarkadische Gelüstchen
Und immerwähr'nder Zungenschnalz
Ob des üppignostalgischen Gasthausgehalts

Ein künftiger Coolspot inmitten der Häutung
Von nobler Savoyer zu neuer Bedeutung

Piazza Duomo & das achthundertfünfunddreißigste Gedicht

Alba Piazza Duomo

Alba

Das hunderttürmige Städtchen versinkt
In ihr wässriges Abbild der Einstelligkeit
Doch den Leerraum der höheren Lüfte durchdringt
Die H-Pracht und -Macht der vergangenen Zeit

Seselwas & das achthundertzweiunddreißigste Gedicht

Nördlich von Beau Vallon

Mein erstes Poem auf Seselwas - vorgetragen zum Closing Dinner des Bling Bling Nod Poetry Festival 2018

Lareponse bann sousouri

Ler Gondwana ti separe
On annalan pou arriv lenn
Bann sil sesel ti arret
Lan mwatye semen
Avek en santiman ... pour lafrik

De continent zot ranpli avek regre
Pour sa 50 shades of grey
Ek 150 shades of ... ble!
Ki ti en rezilta avan
Ki nou zot ti fini konte

Deman bann sousouri
Lekel ki pouvin
Latraksjon bann zou eropeen
Akot zot ti
Debout isi

Petet zot pou reponn:
"Nou ... ti annalan kot lenn
Ek nou ti arret lan mwatye semen
Avek en santiman ... pour lafrik!"

Me
Pli probablemen
Bann sousouri pou reponn:
"Gete!
Ek aret mete
Sa kestyon bet, oke?!"

Treue & das achthundertdreißigste Gedicht

Bei Victoria Seychellen

Africars

Die ostasiatische Schrottkarrenflotte
Muss schepprig zum Mindestlohn schuften
Und strömt wie 'ne keuchende Rostbratenrotte
Durch staubige Hochglanzlackgruften

Die Autodidakten und magisch Geschickten
Verpflanzen hier freihändig Herzen
An wieder und wieder Zusammengeflickten
Und jeder Gang dreht unter Schmerzen

Gerippe aus zeitweilig völlig Zerstörtem
Als letzte Station vorm per pedes
Vibrier'n treu zu lastengewaltig Geröhrtem

Der Fahrer träumt von 'nem Mercedes

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