Tiere

Gedichte, in denen Tiere die Hauptpersonen sind.

Mohrenlemur & das dreihundertsiebenunddreißigste Gedicht

Weiblicher Mohrenlemur

Nach der gut gefüllten Lemurengedichte-Serie in "Mehr Kacheln!" bin ich tatsächlich in diesem Urlaub noch auf bislang von mir unbedachte Arten gestoßen. Hier Fortsetzungsfolge drei von vier. Der Mohrenlemurmann ist eigentlich schwarz - hier abgebildet ist ein Weibchen.

Mohrenlemur (oder Schwarzer Lemur)

Ja, du bist der schwärzeste von allen
Mit dem härtesten, welligsten Herz aller Welten
Dein Fell lässt die Strahlen der Sonne verhallen
Und vergessen, dass sie auch nur etwas erhellten

Es dient dessen Schwärze dem Gelb deiner Augen
Die schwefelgelbwild alles Leuchten einsaugen
Laut Grundlektion der Metaphorik
Ein Farbsignal von Diabolik
So zähltest du im Furchteinflößen
An anderen Orten zu den Größen
Doch da rangiert doch weit vor dir
In Hiesigkeit das Fingertier

Dein Weibchen hat das längst erkannt
Geht nicht mehr einher mit dem Farb-Nein des Mohren
Haselnussbraun schmückt ihr Damengewand
Sie krönt gar mit Weißheit den Pelz ihrer Ohren

Dein Schwarz schaut fast noch böser drein
Wo andre sich graziös befrei'n!

Palmarium & das dreihundertfünfunddreißigste Gedicht

Coquerel-Sifaka

Ein Koalagedicht. Der erwähnte Baum ist lediglich eine madagassische Unterart des Eukalyptus, der eben die erwähnte papierne Rinde aufweist. Der abgebildete Koala ist ebenfalls endemisch und heißt Coquerel-Sifaka (über den es aber schon in "Mehr Kacheln!" ein entsprechendes Gedicht gibt). Er ist der letzte Überlebende einer Sifaka-Familie, die es auf der Palmarium-Insel nicht geschafft hat.

Beweggrund für ein Koalagedicht

Wär ich Bär, oha, ich wär
Gerne ein Koalabär
Denkt's mich unterm Eukalyptus
Aufgehängt im Rebootrhythmus
Längst vom scharfen Saft belämmert
Dessen Vorschlagskraft jetzt hämmert:
Es kann doch nichts okayeres geben
Als so ein Koalaleben!

Und des Baums beleb'nder Duft
Nebelt in die steh'nde Luft
Und will mich mit Menthol betören
Dass ich mich im Hirne winde:
"Könnt' ich doch hierhin gehören!"
Kraxelnd an papierner Rinde ...

So atemfrisch ist ungefähr
Das Leben vom Koalabär
So dacht es mich dereinst am Strand
In einem fern geleg'nen Land ...

Letztlich blieb doch einfach alles beim Alten
Ich wollt nur den Duft in Erinn'rung behalten

Kronenlemur & das dreihundertdreiunddreißigste Gedicht

Kronenlemur followed by dunkelfellige Kreuzung zwischen Mohren- und Kronenlemur.

Nach der gut gefüllten Lemurengedichte-Serie in "Mehr Kacheln!" bin ich tatsächlich in diesem Urlaub noch auf bislang von mir unbedachte Arten gestoßen. Hier Fortsetzungsfolge zwei von vier. Es folgen noch zwei Gedichte und Fotos u.a. vom Aye-Aye.

Kronenlemur

Das sind bloß zwei Flecken und gar keine Krone
Du wähnst dich mit Herrschaftsbereich, doch bist ohne

Obgleich auch dein Selbstbild nicht wirklich benagt
Dass mancher der andren dich weit überragt
Denn du bist der Lemur mit den zwei braunen Flecken
Die höchst majestätisch die Stirne bedecken

Die hat man eh'r schmeichelnd einst Krone genannt
Das hab'n nur die and'ren noch nicht recht erkannt
So dass du klammheimlich ihr Zweifeln bekicherst
Indem du dir chefliche Anteile sicherst
Bevor auch die tumbsten Lemuren entdecken:

Der trägt keine Krone - das sind nur zwei Flecken!

Rotbauchlemur & das dreihundertzweiunddreißigste Gedicht

Rotbauchlemur

Nach der recht umfangreichen Lemurengedichte-Serie in "Mehr Kacheln!" bin ich tatsächlich in diesem Urlaub noch auf bislang von mir unbedachte Arten gestoßen. Hier Fortsetzungsfolge eins von vier. Es folgen noch drei weitere Gedichte und Fotos u.a. vom Aye-Aye.

Rotbauchlemur

Von roter Farbe ist dein Bauch
Ich würde sagen: Sicher - auch!
Ist doch dein Fell, noch ungegerbt
Ganz regelmäßig eingefärbt

Warum stürzt sich die Namenswelt
So auf dein Bäuchlein, rot befellt?
Das wollig, pummlig aufgebauscht
Leicht angekräuselt unterflauscht
Im Weichsein vielleicht unbeschreiblich
Doch gleich verteilt am Körper, mein' ich

Nun mussten die Namensvergeber wie -innen
Ja irgendwo mit dem Benennen beginnen
So benannten sie vorerst dich nach deinem Bauch
Dahinter (in Klammern) steht unsichtbar "auch!"

Mausmaki & das dreihunderteinunddreißigste Gedicht

Mausmaki

Mehr Schlaf geht nicht: Mausmaki am Tage, beim Zimmersäubern aufgespürt. Aber vor Einbruch der Dunkelheit wird kein Auge geöffnet, sei der Trubel auch noch so groß.

Einschlafgedicht

Mit achtzig Tonnen Gewicht auf den Schultern
Schlepp ich mich zum Marsch into Mausmaki-Schlaf
Ich bitte die Weiten des Alls ums Geduld-Hab'n
Und schmieg mich in Tiefen ein, lämmchenbrav

Anjozorobe & das dreihundertdreißigste Gedicht

Saha Forest Camp

Auch eine notorische Situation: Leise durch den Regenwald stapfen, mit großem Interesse an demgegenüber höchst undankbarer Fauna.

Spotting the Paradise Flycatcher

"Did you see it?" "No." "There!" "Where?!"
"Jetzt seh ich ihn auch nicht mehr!"
"Doch, er sitzt doch noch hier vorn!"
"Hab ihn irgendwie verlorn ..."
"Jetzt kann man ihn ganz toll seh'n!
Kannst du mal zu Seite geh'n?!"
"Wo denn? Ich würd auch mal gern ...!"
"Ja, wie soll man das erklär'n ...?
Siehst du diesen dunklen Ast?
Etwas weiter links davon ...hast
Geseh'n? Jetzt ist er weggeflogen!"

Vielleicht wurd'st du auch angelogen.

Lummenfelsen & das dreihundertsechzehnte Gedicht

Lummenfelsen

Am Lummenfelsen

Ein Klippengrat als Landebahn
Für flatterhafte Gleitartisten

Sie tauchen mit 'nem Affenzahn
In Abgründe, die sie benisten

Ihr präzisionsgeschliffner Blick
Zwinkert souveränst grazil:

"Und schau mal jetzt: Ich schwebe!" - schick!
Wir selbst belämmern unsern Stil

Als 'ne klobige Masse, in den Ketten der Zeit
Lässt uns jeder König der Lüfte verstummen

Doch nicht unsre Demut - es taufte der Neid
Sie Basstölpel und Trottellummen

Kochel am See & das zweihundertneunundachtzigste Gedicht

Kochelseefischer.

Rezept für den Gegenbeweis

Man hört im Sud des Rochens Röcheln
Den Ruth und ich in Kochel köcheln (blogfreie Version: im Kochtopf köcheln)
Und auf dem aufgeklappten Beitisch
Zappelt sichtbar noch ein Haifisch

Wie ich aus der Delphinen-Schule
All die Innereien pule!
Weiter hinten macht es Zisch:
Ruth frittiert den Tintenfisch

Da gab es ja doch schon sehr viele Gerüchte
Wir äßen niemals Meeresfrüchte
Dass unser beider Kost allein
Bestünd' aus totem Ochs und Schwein
Uns vielleicht noch Getier mit Gefieder errege ...

Was ich nun hiermit widerlege!

Lauenbrück & das zweihundertfünfundsiebzigste Gedicht

Landpark Lauenbrück

Gäste im Abseits beim Poetry Slam im Landpark Lauenbrück.

Unter Tieren

Die Tiere sind immer in ihren Verstecken
Was sich unbedacht zeigt, wird schnell niedergestreckt
Der Wald wird Gewehrlauf und Fangzähne blecken
Wo ein Schnäuzchen zu weit sich in Lichtungen reckt

Die Tiere sind immer in ihren Verstecken
Sie sind nicht zu sehen und doch sind sie da
In blickdichten Dickichten nicht zu entdecken
Ihr'n Fluchtinstinkt zügelnd bei nah'nder Gefahr

Doch Angstschweiß verrät die Gedanken der Tiere
Ein spähender Blick streift die Fährte zum Bau
Die knurrenden Mägen markieren Reviere
Und Anwesenheit spürt ein Jäger genau

Dann schnellt eine Kralle ins Herz einer Höhle
Gellt ein Schuss, kläfft die siegreiche Jägersmann-Töle
Werden Kobel und Nester von Glut überfallen
Und Blutrunst durchstöbert die heim'ligen Hallen ...

Doch die Tiere sind immer in ihren Verstecken
Es werden Verluste und Wunden beleckt
Kurz ohne ein Heim und ermattet vom Schrecken
Besteht eine Welt, die ist bestens versteckt

Zgorzelec II & das zweihundertsechzigste Gedicht

Zgorzelec Kulturpalast

Drei Tage Görlitz, Straßentheaterfestival. Rübergemacht.

Eklat c'est moi

Das Kälbchen tippelt durch das Gras
Das Schwälbchen gibt beim Fliegen Gas
Das Welpchen hat an allem Spaß
Mein Selbchen sehnt sich nach Eklats

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