Tiere

Gedichte, in denen Tiere die Hauptpersonen sind.

Sirena River & das vierhundertdreiundneunzigste Gedicht

Krokodil im Corcovado NP

Noch von Schnorcheleindrücken und Fischmassen inspiriert - schon liegt Interessantes am gegenüberliegenden Ufer.

Mein Schwarm

Leib unter Leib und auf weiteren Leibern
Im Körperverbund mit den Neben-uns-Treibern
Sind wir eene Wolke und strotzen vor Kraft
Dank einverleibter Nachbarschaft

So gelingt sich-um-uns-reißenden Räubern
Nicht mehr als die Fasern des Randes zu säubern
Es ist eine Dummheit, doch schwächt nicht den Kern
Wenn manche sich zu weit entfer'n

Leib an Leib sind wir auch Teil unsrer Lücke
Und diese Bereitschaft ergänzende Stücke
Fürs Massenerleben gibt uns der Schwarm Raum
Als klar umgrenzter Küstentraum

Im Schwarm gibst du dir Sicherheit
Tauschst Einig- gegen Einsamkeit
Man baut vieles auf - außer Intelligenz
Denn er bringt nur hervor, was du selbst bereits kennz

Sirena & das vierhunderteinundneunzigste Gedicht

Tapirmutter mit Jungem im corcovado NP

Wem man so am Strand begegnet.

Im Tapirquartier

... - da sahen wir ein Paar Tiere
Zwar irg'ndwie erwartbar, schrie's in mir: "Tapire!"
Ich konnt' sie vor mir atmen seh'n!!!

Und mehr ist dann auch nicht gescheh'n

Doch der Umstand, wie nah mir der Tapir war
Schien fast zu erfordern, dass sonst nichts geschah
Uns hätt' ein Szenario, das besser bewacht
Wohl niemals so nah zueinander gebracht

So dass ich als das, was ich darf, akzeptiere
Ein ganz knapp vorm Dasein im Schlaf der Tapire

Manchmal ist ein großes Ziel
Im Erreichtsein sehr subtil

Nasenbären & das vierhundertsiebenundsiebzigste Gedicht

Nasenbären

Wem man so beim Spaziergang begegnet.

Nasenbären

Wenn die Nasen mancher Bären
Nicht so namensgebend wären
Entbehrte es jeglichen Ansporns zu wachsen
Wär' das da vorn auch okay wie bei Dachsen!

Doch im Nasenbär'ngesicht
Hat die Werte mehr Gewicht
Als gelt' dort - so ungefähr:
Ich die Nase, du der Bär

Spinne, bunt & das vierhundertsechsundsiebzigste Gedicht

Wem man so beim Spaziergang begegnet. Auf vielfachem Wunsch: ein Spinnengedicht! Was man nicht sieht: Im Netz hing ein wunderschöner, halb verwitterter Morphofalter.

Die binomischen Formeln der Insektenphobie

Spinnen drinnen?
Braucht man Mut!
Spinnen draußen?
Auch nicht gut ...!
Und in Spinnen innendrin?
Klingt nicht grad nach Hauptgewinn!

Gut? ... da alle einig grienen
Widmen wir uns nun den Bienen:
Bienen drinnen?
Etc. etc.

Stirnlappenbasilisk & das vierhundertvierundsiebzigste Gedicht

Stirnlappenbasilisk

Wem man so alles beim Spaziergang begegnet. 1a-Drache.

Von Rittern und Drachen und bitteren Fakten

Was Ritter so für Sachen machen
Eh sie in der Drachen Rachen
Zerknittert ihren Geist aufgeben?

Nun, halt Ritteralltagsleben:
Malen, lesen, Fahrrad fahren
Sich mit 'nem Prinzesschen paaren
Nach 'nem Kompliment erröten
Und verlier'n beim Drachentöten

Alsbald war die Ritterschar
(Mittelgroß und nachwuchsrar)
Derart kritisch dezimiert
Dass sich ihre Spur verliert

Die Sprache der Drachen kannte zu jener Zeit
Kein "Achtet doch mal auf die Nachhaltigkeit!"
So dass die Vorratsunbewussten
Elendig verhungern mussten

Es gab in diesem frühen Spiel
Von zweierlei gleich viel zu viel:
Vom ritterlichen Wagemut
Und von der Drachen Abschlachtwut

Und so gehör'n seit langer Zeit
Auch beide zur Vergangenheit

Fast Panama & das vierhundertzweiundsiebzigste Gedicht

Ein Kurztrip nach Panama bleibt mir wegen momentan häufigen Grenzübergangsverzögerungen verwehrt. Müssen wir mit neunzehn Ländern vorlieb nehmen oder flott die Unabhängigkeitsbewegung Hawaiis unterstützen.

Knapp vorbei

Der Panda aus den Anden war
Zwar Panama ein paar ma' nah
Ganz nahe dran an Panama
War dann der Panda doch nie da!

Faultiere & das vierhunderteinundsiebzigste Gedicht

Anblicke, die das Herz zum Schmelzen bringen: Faultiere!

Faultiergesichter

Miss- und misteranthropische Leut'
Ich weiß, ihr habt Schiss vor der Niedlichkeit
Doch zeig ich - wenn alle hier ready wären:
Die Weltmeister im Teddybären!

Brüllaffe & das vierhundertachtundsechzigste Gedicht

Brüllaffe

Wem man so alles im Garten begegnet. Das tatsächlich lauteste Tier der Welt. Versammelt sich jeden Morgen um halb Acht neben meiner Hütte und grölt.

Brüllaffe (Punks not dead)

Du musst nicht gut sein, aber laut
Wer hätte dir das zugetraut
Dass all die streng gesetzten Hürden
Dich gar nicht int'ressieren würden?
(Derweil sie denken, du kannst nicht versteh'n
Hangelst du dich von der Acht auf die Zehn)
Und mosert wer: "Ganz schön bequem!" - sagst du: "Nein
Die Lautstärke Halten kann anstrengend sein!"
Wo And're von And'ren Gelehrtes verwalten
Musst du stetig Nichts zu was Großem gestalten

Aguti & das vierhundertsiebenundsechzigste Gedicht

Baum des Reisenden

Wem man so alles beim Spaziergang begegnet. Aber jedes Mal zu langsam für ein Foto ist...!

Mahlzeit! (Heute ein Beutetier)

Aguti - nun, das klingt schon wie
Guten Appetit! und die
Anderen Tiere, die finden das auch
Die haben a guti Aguti im Bauch!

Kaiman & das vierhundertsechsundsechzigste Gedicht

Wem man so alles im Garten begegnet. Ich hatte die unruhigen Bewegungen im Teich hinter meiner Hütte immer für einen nervösen großen Fisch gehalten. Heute sehe ich: Es ist ein - wenn auch sehr kleines - Krokodil! Da habe ich mich schon gewundert. Im Bild unten rechts zwischen den zwei Halmen ein wenig zu erkennen.

Kindliches Schoßgedicht zur neckischen Angsteinflößung

Da ist
Ein Krokodil im Gartenteich!
Erwartete nur Krötenlaich
Rasch abgetaucht zwar, sah ich gleich:
Da harrte was im Gartenteich!

Was frisst
Im Gartenteich ein Krokodil?
In seinem Reich gibt's nicht so viel ...
Es will doch wachsen? Sicherlich
Wenn du kurz wegguckst - frisst es dich!

Seiten

RSS - Tiere abonnieren