Tiere

Gedichte, in denen Tiere die Hauptpersonen sind.

Bahnhof Göttingen & das vierhundertachtunddreißigste Gedicht

Göttingen

Der erste Winter

Wer im Schnee die Meisen tötet
Wird es schwerlich spurlos tun
Jeder Schlachtplatz warnt errötet
Dass die Mörder niemals ruh'n

Schlucken erst die Sonnenblenden
Still und stetig das Verenden
Wird man jeder Wahl verwaisen
Im Jahrhundert ohne Meisen

Forchheim & das vierhundertfünfunddreißigste Gedicht

Forchheim

Ein Froschkeim in Forchheim!

Horch, ein
Storch beim
Forchheimer Markt!

Bringt er uns Babys?

Nee, sein Babe is'
Dort seit gestern
Eingesargt ...

Rückertweg & das vierhundertelfte Gedicht

Rückertweg Schweinfurt

Den Rückertweg am Main entlang ...

Reinekes Blues

Meine Fähe
War 'ne zähe
Bis der Bauer sprach:
"I mähe
Heit
Die Weid' -
Trotz Fuchsgeruch!"

Schon war die Fäh'
Nicht zäh genug!

Schweinfurt & das vierhundertzehnte Gedicht

Schweinfurt

Die Schweinfurt

Man fragt sich, wie kam dieses Schwein
In unsre schöne Stadt hinein?

Nee, grad das fragt man sich ja nicht!

Und nutzlos endet dies Gedicht ...

Braunschweig & das dreihundertneunundneunzigste Gedicht

Braunschweig Innenstadt in grau

Vor Wolfsburg

Nun, dass das Braune einmal schweigt
Bin ich zu hoffen zwar geneigt
Doch, Ach und Krach, mir fehlt der Glaube
Weil stets die Eleganz verstummt
Wird das Aparte eingedummt
Zum Gären in der Menschentraube

Vom schnellen Urteil eingezäunt
Sind manche Rücken eingebräunt
Von denen, die im Rudel warnen
Im Grunde ist ja schon bekannt
Dass alle Hunde artverwandt
Dies gilt bereits auch vor dem Zahnen

Bier & das dreihundertachtundachtzigste Gedicht

Brüssel Altstadt

Biertradition

Als Getränk sind Brüss'ler Biere
Ein Geschenk für Rüsseltiere
Man sagt, schon das Mastodon
Kostete manch Mass davon

Fossa & das dreihundertachtundsiebzigste Gedicht

Fossa in Kirindy

Nachhaltige Begegnung. Herbstliche Erinnerung an Madagaskar und den Fossa (dessen "o" im Madagassischen eher wie ein "u" intoniert wird).

Fossanähe

Ein gewisser Fossa
Stand mir heut im Wege
Panisch schrie ich: "Mussa
Nich in ein Gehege?!"

Das Tier, es maunzte souverän
Beim An-mir-vorübergeh'n -
Führte reines Nichts im Schilde
Und beschämte mich mit Milde

Klar
Es war
Das abgerundetste Katzentier
Das auf Wattetatzen hier
Verwundert meinem Blick auswich
Geduckt ins Dickicht wieder schlich
Bis nach auf Stunden
Gerundeten
Sekunden
Auch sein seidig geschmeidiger munter gewundener rundlicher ungemein langer Schwanz
Ganz
Entschwunden
War

"Hoppsa," dachte ich, "so nah
War ich grade einem Raubtier!"
Aber nee - die Nähe, glaubt mir
War mir näher als der Abstand
Mit dem ich mich letztlich abfand

Nächstes Mal versuch'ste mehr -
Kriechst dem Fossa hinterher!

Schweizer Kuh & das dreihundertfünfundsiebzigste Gedicht

Schweizer Kuh

Das dreiviertelige Gedicht auf dem Weg zur 500.

Nie ein Tier zum Scherz ... (Erweiterungspaket)

Die ihr
Mühsal
Mahlenden
Muh-Seelen
Mm-mm-mm-muss man
Nicht aus
Muße
Quälen!

Aye-Aye Zwei & das dreihundertzweiundsiebzigste Gedicht

Aye-Aye auf Aye-Aye-Island

Mit diesem Text soll die vermutlich größte Sammlung von Lemurengedichten vorerst abgeschlossen werden. All die Unterarten von Sifakas, Wiesel- und Braunen Lemuren, die ich in diesem Jahr ebenfalls erspäht habe, müssen zunächst noch ohne Untergedicht bleiben. Zusammen mit den Lemurengedichten aus "Mehr Kacheln!" kommen wir auf nunmehr 13 zoologische Halbaffenpoeme. Da muss man sich erst mal einfühlen. Details später.

Fingertier oder Aye-Aye

Du spleenpralle Laune von Mutter Natur
Du ins Dickicht gefallene Comicfigur
Du göttlich-komödischer Gothicclown
Du fürs Spotlight des Spottes geborener Faun

Schon die Undimension deiner Fledermausohren
Deine schütteren Zotteln, dein buschiger Schwanz
Sie soufflieren, man hätt' nur aus Scherz dich geboren
Als ein Schlimmer-geht's-nimmer - nur war's das nicht ganz:
Feurig rot schielt ein Augenpaar aus deiner Fratze
Und maskiert deinen Possentanz "Straight outta hell!"
Schaurig besoundtrackt vom Krallen-Gekratze
Des Langfingernagelpaars in XXL
Und messerscharf raspeln Eispickelzähne
Gierig beknabberte Hölzer zu Späne

Es ist so, als wär' keine Zelle in dir
Nur halbwegs verwandt mit 'nem richtigen Tier
Du bist in allem übertrieben
Und zwingst uns, grade das zu lieben

Du bist im Großen wie im Kleinen
Entschlossen, Schönheit zu verneinen
Dass wir verstummen wie vorm Grab ...

Und jetzt nimm deine Maske ab!

Aye-Aye-Appetizer & das dreihunderteinundsechzigste Gedicht

Aye-Aye auf Aye-Aye-Island

Nun wartet nur noch das Aye-Aye auf ein zoologisches Lemurengedicht. Aber das benötigt noch etwas Zeit. Hier nur ein Appetizer.

Aye to Ai

"Hei, du Ei!" sprach das Aye-Aye,
"Bist du nicht der Ai Weiwei?"
"Mei, und du bist ein Aye-Aye?!"
Freute sich Herr Ai Weiwei
Das sei fei - und beide geiern:
"Lass uns unsre Ei-Heit feiern!"

Hernach sagten sich Bye-Bye
Ai Weiwei und das Aye-Aye

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