Tiere

Gedichte, in denen Tiere die Hauptpersonen sind.

Steppenzebra & das neunhundertachtundfünfzigste Gedicht

Steppenzebras im Etosha NP

Des Zebras Überheblichkeit

Ein Pferd, das gänzlich ungestreift
Ist einfach noch nicht ausgereift!

Bwabwata Nationalpark & das neunhundertfünfundfünfzigste Gedicht

Geier im Bwabwata Nationalpark

Unter Geiern

Wenn mich die Hyäne beißt
Bin ich meistens tot
Wenn auf mich der Geier scheißt
Ist vorbei die Not
Wenn in mir die Made schmatzt
Schmecke ich schon schlecht

"Wär ich doch nicht abgekratzt!", denkt sich Bertolt Brecht

Gabelracke & das neunhundertvierundfünfzigste Gedicht

Gabelracke im Etosha Park

Bienenfresser et al.

Ich knie nieder (immer wieder)
Vor der Zierde der Gefieder
Es ist der Traum von Wattebauschen
Mit ihrer Konsistenz zu tauschen

Normale Feder
Kann ja jeder
Doch was sie erst zur Gabe macht
Ist samtigweiche Farbenpracht

Auffelligkeiten & das neunhundertdreiundfünfzigste Gedicht

Zebras im Etosha Park

Was Schwarzweiß weiß (und was nicht)

Was so ein Zebra gar nicht ahnt:
Es ist nicht wirklich gut getarnt

Grünmeerkatze & das neunhundertzweiundfünfzigste Gedicht

Grünmeerkatze an der Kazile Island Lodge

Feind Affe

Durch dein smartes Geschick komm'n wir uns ins Gehege
Denn die Unartigkeit deiner Art sucht sich Wege
Die in meiner Sanftmut-Ranch unakzeptabeln

Solch pfiffiger Witz ist nur statthaft in Fabeln

Ich schließe meine Tür gut ab
Verschanze alles, was ich hab'
Kleb' noch die letzte Ritze zu
Verplomb' das Zelt zum Schlitzohr-Buh!

Fast dauert's mich, dir wirklich gar nichts zu gönnen ...
Doch schmeicheln ja Aufwand und Müh' deinem Können!

Hornrabe & das neunhunderteinundfünfzigste Gedicht

Hornrabe

Der Hornrabe als Fotomotiv

Die Erhabenheit des Raben
Mit Fratzigkeit etwas zu mildern
Soviel Understatement zu haben
Beschert ihm Kaskaden an Bildern

Kazile Island Lodge & das neunhundertfünfzigste Gedicht

Kazile Island Lodge am Kwando

Tented Camping

Wo der Strom fehlt, gibt es die meisten Geräusche -
Pfeift ein nächtlicher Vogel, ist's ein Frosch? Nun, ich täusche
Mich gern hinein ins Unbedarftsein,
Werd' mir Deutungen von der Exotik entleih'n:
Dort schnauft grad ein Hippo, dort heult die Hyäne,
Dort raschelt des Löwen vergoldete Mähne,
Verstummt im Schrei ein Beutetier ...

So deute ich das Dunkel mir
Und dämm're in dies Hörspiel hin,
Bis dass ich zugehörig bin.

Am Morgen lässt Generatorenbrummen
Alle Verbundenheit wieder verstummen.

Chobebewohner & das neunhundertneunundvierzigste Gedicht

Hippos im Kwando River

Hippothese

Das Hippo liebt kein Pipapo –
Die Hippen posen anderswo.
Denn bei solch BMI-Niveau
Ist tags flanieren ein No-Go!

Drum tippelt es erst nachts ins Gras,
Nach siebzehn Stunden Badespaß,
Eingedippt bis zu der Nas' –
Ein Hippoleben lang. Das war's.

Frühstücksablenkung & das neunhundertfünfundvierzigste Gedicht

Nashörner an der Ghaub Lodge

Nashorn am Morgen

Das Frühstück, das wir verpasten
Weil drei Hörner den Rasen benasten
Wird ewig mir im Magen sein

Es ruht das Unvergessliche
Nicht im Öle und nicht im Ess-Iche:

Man schluckt es pur ins Hirn hinein

Strauß & das neunhunderteinundvierzigste Gedicht

Vogelstrauß an der Ausers Lodge

Vogelstrauß

Natürlich fliegt der Vogelstrauß
Und sieht dabei viel nobler aus
Als Biologen ahnen

Doch zieht er bislang unentdeckt
Und wissenschaftlich inkorrekt
Am Himmel seine Bahnen

Wenn er die Stummelflügel weitet
Und lügnerisch durchs Umland gleitet
Zerrüttet er als "wenig klug"
Das Wissen übern Vogelflug

Und weil das auch die Lehre checkt
Bleibt solche Flugkunst unentdeckt

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