Religion

Weltreligionen und spirituelle Erhellungen sowie religiöse Bräuche, Themen und Protagonisten in Versen.

Hohenschwangau & das eintausendsechshundertsechsundfünfzigste Gedicht

Blick auf Hohenschwangau

Dritte Auftragsversewoche 2021: Gewünscht wurden Gedichte zu den Themen Steuererklärung, die Abstammung vom Affen, Wim Thoelke, das Grend Kulturzentrum, Rot-Weiss Essen, Bierbrauen, Steingärten, Mütter und Tanz/Gymnastik.

Willkommen in der Familie!

Kläglich schrei'n täglich die Kreationisten
Spiegelbekehrt ihr "Oh, nee - was für'n Mist!", denn
Sie sind ja erneut gottverdammt zu begaffen,
Wie eindeutig deutlich man abstammt vom Affen.

Unterammergau & das eintausendsechshundertvierundvierzigste Gedicht

In der St. Nikolaus Kapelle von Unterammergau

Zweite Auftragsversewoche 2021: Gewünscht wurden Gedichte zu den Themen Heinzelmännchen, Zustand zwischen Schlaf und Wachsein, Carmina Burana, Glückspilze, Vampire, Energetische Gebäudesanierung, Gewissheit des Todes, Gutes Reimen, Frischluft, Griechenland und Vernichtung der Menschheit.

Die Vernichtung der Menschheit (und sechs belegte Brote)

Als man sich mit "Ich mach dich platt!"
Im Selbstgespräch bedrohte,
War man schon längst die Sache satt,
Dank sechs belegter Brote.

Klosterkirche Benediktbeuern & das eintausendsechshundertsechsunddreißigste Gedicht

In der Klosterkirche von Benediktbeuern

Zweite Auftragsversewoche 2021: Gewünscht wurden Gedichte zu den Themen Heinzelmännchen, Zustand zwischen Schlaf und Wachsein, Carmina Burana, Glückspilze, Vampire, Energetische Gebäudesanierung, Gewissheit des Todes, Gutes Reimen, Frischluft, Griechenland und Vernichtung der Menschheit.

Die Carmina Burana zu Benediktbeuern

(Achtung: Dies Gedicht hat, ums gleich vorweg zu sagen
Eine Höchsthaltbarkeit von nur anderthalb Tagen)

500 Jahre Schlummer
... und dann will es ein dummer
Zufall, entdeckt und ausgelegt zu werden.
Beifall fürs Comeback auf Erden
Mit Rumms und Bumms
Und Wumms und so.

Vermummt nicht jeder Zeitensprung
Die adäquate Zweitnutzung,
Verschalt nicht ein Niveau?

Wer ist schon gerne ausgeliefert
Der Lesart einer fernen Zeit?
Bewertet man's stur positiv statt
Zu hadern mit der Ewigkeit?
Verflüchtigen sich Ziel und Weg,
Ernüchtert sie als Privileg!

(Zu euch spricht dies Gedicht: Ich mag
Nur gelten bis zum nächsten Tag.
Was man danach mit mir auch macht -
War ganz gewiss nie so gedacht!)

Erster Schneetag & das eintausendsechshundertsiebzehnte Gedicht

Am Monopteros im winterlichen Englischen Garten

Catwalkdog

Das Los des ew'gen Nicht-Genugs
Wurde dir in die Stirne massiert.
Da sich die Welt in Re-Tweets misst,
Bist du hier nie passiert!
Die Welt ist ein Laufsteg -
Nur du nennst sie Bühne,
Betrachtest dein Abseits
Als Teil einer Sühne

Und betrittst jeden Pups-Club mit Unsicherheit.

So lehrt die Kunst des Selbstbetrugs:
Der Schwulst der Profiteure,
Dass alles Arbeit war und ist.
In Wahrheit gilt, ich schwöre:
Die Welt ist ein Laufsteg -
Man schminkt sie zur Bühne,
Das mindert den Anreiz
Für weniger Kühne.

Und der DJ füllt unhinterfragbar die Zeit.

Aussichtsturm & das eintausendsechshundertsiebte Gedicht

Blick auf den Olympiaturm

Der Unkenrufer

Mein ketzerisches, ekeliges Nicht-ans-Gute-Glauben
Wird kindlich treuen Abgrundscheuen Zuversichten rauben.

Nur, will ich das? Hab ich dran Spaß? - Ich würde sagen nein.
Für solchen Beef gibt's kein Motiv - er muss nur einfach sein!

Parkstadt S. & das eintausendfünfhundertachtundneunzigste Gedicht

In der Parkstadt Schwabing

Irre

"Test - Test - Test",
Souffliert die Pest,
Dass ihr beim Soundcheck nicht vergesst,
Was unbeirrt humanum est.

Licht I Wald & das eintausendfünfhundertvierundneunzigste Gedicht

Lichtwald bei der Lichtaktion "Kunst verbindet" im Kunstareal München

Wann Lasche abnippeln

Und mit einem Mal weiß ich:
Oh, 2030
Ist doch sehr sehr fern
Und würd ich auch gern
Es lebenden Auges besehen,
Muss sicherlich vorher ich gehen.

Denn vor Geburtstag 62
Rechne ich damit, es rächt sich
Des Lebensrauschs Fülle
An sterblicher Hülle.
Dann wird's nix mit mir und Jahr 2030 -
Da kann ich mich auch nicht beschwer'n, Herr, das weiß ich.

Andrerseits gibt's Register,
Die blieb'n ungezogen:
Hatt' lebenslang Schiss vor zu heftigen Drogen -
Und ein Achteljahrhundert nur Verse Verfassen
Schafft auch wenig Zunder für'n ungesund krassen
Lebenswandel.

Hält dann vielleicht mein Daseinsbandel
Doch noch in die Dreißiger?
Fraglos freudlos, scheißiger.

Und plötzlich Zweifel: Wird's nich'
Doch eh'r 2040?

Dezemberschnee & das eintausendfünfhunderteinundneunzigste Gedicht

Schneespuren am Olympiapark

Spätes Bekennen

Schneidende Kälte
Säbelt hart an mir rum.
Das Jahr ist in Bälde
Auch schon wieder um.
Mein Faible fürs Frösteln
War bloßes Gewäsch.
Nichts Tröstliches ist so
Beliebt wie sein Hash-
Tag.

Scham & das eintausendfünfhundertneunzigste Gedicht

Winterbepflanzung im Münchner Schlossgarten

Das Errötete (Kurzvariante eines momentan entstehenden Großgedichts)

Das errötete Dekolleté
Der durchvögelten Dorothee-Cosima
Umwölkt zart ein Röschen-Bouquet
Von fötenfrischer Geistesreinheit
Und forsch libidinösem Meineid -
Ein Momente umkosendes Immerdar,
Ein schwärmendes Aroma-"Ahhh!",
In dem sich die Urform der Gleichung beweist,
Um die der Planet unsres Menschentums kreist.

Marienbrücke & das eintausendfünfhundertfünfundachtzigste Gedicht

Die Marienbrücke zwischen Puppling und Wolfratshausen

Harte Kindheit

Wer wickelt denn, bitte, sein Baby in Windeln?!
Legt's dann in 'ne Krippe - den Tieren zum Fraß!?
Läuft das unter gängigem Fanmob-Beschwindeln,
Als Aufsteigermythos des späteren Stars?!

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