Religion

Weltreligionen und spirituelle Erhellungen sowie religiöse Bräuche, Themen und Protagonisten in Versen.

Südmahé & das eintausendvierhundertvierundzwanzigste Gedicht

Die Flora auf Süd-Mahé

Comme ci, comme ça

Von der Todgeweihten Leiden
Kehrte er in das Leben zurück!

Doch nicht wenige Christen neiden
Dem Barabbas - unschön - sein Glück.

Inselverkehr & das eintausendvierhundertdreiundzwanzigste Gedicht

Straße auf Mahe

Betanleitung

Mit den Füßen kann man nicht beten -
Da lohnt nicht einmal der Versuch!
Man kann sie zwei Stunden bekneten -
Dann mault jeder Gott: "Is' genug!"

Nein, zum Beten nimm lieber die Hände
(der Dürer zeigt anschaulich wie)!
Dann spricht Gottes Wohlgefall'n Bände:
"Gelobt sei die Anatomie!"

Grande Soeur & das eintausendvierhundertdreizehnte Gedicht

Am Strand von Grande Soeur

Wie nicht ...?

Wie nicht nach der einst trauten Sicherheit sehnen,
Die ich schlecht beschützte als einer von denen?

Wie nicht im Triumph das Verlorene sehen
Trotz fehl'nder Indizien auf eigne Vergehen?

Wie sich nicht ob all der Ruinen bekümmern,
Da wir uns im Neuaufbau selber zertrümmern?

Wie nicht dem misstrauen, was uns widerspricht?
Wie all das verdauen - vor allem: wie nicht?

Anse Patates & das eintausendvierhundertzwölfte Gedicht

Anse Patates

Nachmittagssonne

Die Nachmittagssonne bebrütet die Farben.
Und alle Motive, für die Männer starben:
Uns Volk und stumpfe Religion,
Miefen prompt nach Niedriglohn.

So golden, so strahlend sind Demut und Feier ...

Und endlich entleer'n sich der Prediger Eier.

Siedlerfriedhof & das eintausendvierhunderterste Gedicht

Friedhof der ersten Siedler auf La Digue

Die Corona der Schöpfung ist in Selfielaune!

Das Virus drillt das Wirr ins Us (engl.)
Und schrillt: In viro wahnitas!

Lesestoff & das eintausenddreihundertzweiundneunzigste Gedicht

In der Libreria Acqua Alta

Carpe diem light

Ich leg mich an den Teich mit Buch -
Ist besser als ins Leichentuch.

Ponte dell' Accademia & das eintausenddreihundertneunzigste Gedicht

Möwe vor der Ponte dell' Accademia

Ein Rumoren

Mir geht so ein Rumoren
Grad rum in meinen Ohren.
Das wummert zwar vom fernen Rand,
Doch hör ich keine Zwischenwand!
Und höhnt's nicht hoch vom Rachen:
Bald wird's hier richtig krachen! - ?

Das macht zum Glück und Schutz mich
Stückchenweise stutzig.

In Übersee & das eintausenddreihundertsechsundsiebzigste Gedicht

In Übersse am Chiemsee

Das Poltern des Jovialen

Du säh'st dich gern als weites Feld,
Doch stolperst über Ränder.
Denn weiters zwängt dich deine Welt
In engstliche Gewänder.

Eisbach & das eintausenddreihundertzweiundsiebzigste Gedicht

Eisbach im Englischen Garten

Coup per du

Mag die Welt sich mal ganz kurz notieren:
Mir ist grad was Tolles geglückt.
Das wird niemand interessieren,
Aber ich bin noch vollends verzückt.

Valamo & das eintausenddreihundertdreiundfünfzigste Gedicht

Kloster Valamo

Die Erweckung

Ach, jeden Tag verdöste ich
So reiz- und rauschlos klösterlich -
Ich konnte mich zu nichts erheben,
Trudelte nur so durchs Leben
Und vertändelte die Zeit
Mürrisch mit Enthaltsamkeit.

Dein Esprit erlöste mich,
Denn mit dir entblößte sich
Mir eine Arche voll Erstreben.
Der sei mein verschnarchtes Leben
Fortan vollkommen wie vollends geweiht
Mit Hingabe und Frömmigkeit.

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