Prommis

Gedichte, in denen ein berühmter oder berüchtigter Mensch die Hauptrolle einnimmt oder zumindest untenrum rumdümpelt.

Siegestor & das eintausenddreiundvierzigste Gedicht

Beleuchtetes Siegestor beim Corso Leopold

Ripostegedicht auf "Der Rabe" von Edgar Allen Poe - unter besonderer Berücksichtigung, dass die Hälfte der verwandten Buchstaben dem Wort "R-a-b-e" bzw. "A-b-e-r" entstammen.

Das Aber der Raben

Aber, sprach der Rabe Abel
Zu der Räbin Barbara,
Las grad eben in 'ner Fabel
Unsre Art wär charterbar
Für allerlei Schläue- und Schabernacksparten!?
Offenbar parkt dieser Poe
Unsre Stärken anderswo -
Wie sind wir an den argen Leumund geraten?

Sag an, Babs, was wir verbrachen?
War wer je so scharf auf Aas,
Dass man mitten blut'ger Lachen
Der Kadaver Braten fraß?
Was wählt Poe da Raben zum Mahner vom Schnitter?
Na, ahn's ja: 's war wieder
Das schwarze Gefieder
Klar, mag's Edgar dark, aber, Allen, wie bitter ...

Derart Warn- und Drohgehabe
Sind mir fremde Albernheit -
Trotz' ja in Charakterfarbe
Dem geerbten Federkleid!
Bei Herrn Barbarossa war ich der Entwarner!
Arbeiter im Air-Geschwader!
War gar Part von Odins Kader!
Per Vers degradiert nun zum Gräberumgarner!?

Was hat denn dieser Arsch von Poe
Uns derart anzugehen?!
Gab's an Getiere anderswo
Kein Derberes zu sehen?

Belege herbei für abnormes Betragen!
Braver Gatte, der ich war
Wie der Brabbelblagenschar
Wunderbarer Vater!
Darf nach aller Gram und Marter
Eines Rabenelternpaars
Auch im Namen Barbaras
Derer ich apart erfragen?!

Aber erwarte da besser ma' gar nix, Babs!
Außer Metapherblablakram-Gelaber!

Raben, die an raren Gaben
Mehr als andere erwarben
Bleibt nur auf der Erde Ball
Zu bestehen, überall:
Als poe-sitives Aber

Bahnwärter Thiel & das eintausendsechsundzwanzigste Gedicht

Bahnwärter Thiel 2018 München

Mit drei Vornamen durchs Leben

Derart bestückt packt lebensfroh
Der Edgar Allen Annen Poe

Helgoland revisited & das neunhundertsiebenundneunzigste Gedicht

Auf dem Weg zur Langen Anna

Bei meiner Lesebühne P&P wünschten sich die Zuschauer mit großer Mehrheit ein Ripostegedicht auf Jan Böhmermanns Erdogan-Schmähgedicht. Ich nahm mich der Aufgabe an, unter besonderem Fokus darauf, das Gedicht in einer einem Staatsmann angemessenen Qualität zu verfassen - nicht wie die eher dahingerotzten Böhmermann-Verse, die vermutlich vor allem auch wegen mangelnder lyrischer Qualität beanstandet wurden.
Ich bin bei der bereits etablierten Unterleibsthematik geblieben - weswegen hier im Netz auch nur die "entschärfte" Version veröffentlicht wird. Vielleicht ja ein Beitrag zur Befriedung des aufgekommen Streits.

Die Eichel Recep Erdogans (Ein respektvolles Schmähgedicht)

Altersfleckgrindig, vom Speckglanz gefettet
Zuckt nach 'nem Spuckkrampf, nun ölig gebettet
Im spermaverkrusteten Schamhaargewölle
Gleich einer Verwesungsmief hortenden Hölle:
Die Eichel Recep Erdogans

Ein Teich gekippten Pferdeharns
Vermochte nicht an ihr Aroma zu reichen
Kein Dom voll weichgekochter Leichen
Könnte jene versengende Fäulnis entsenden
Wie 'ne Eichel, gestreichelt von Erdogans Händen

Schon als ein In-die-Hosen-Kacker
War er ein echter Motherfucker
Beim Drang auf Mamas Schoß zu rutschen
Ging's bloß um: "Los hier - Pimmel lutschen!"
"Denn Frauen," lehrt sich Erdogan
"Sind Herdtier und mir Untertan!"

So war Recep Ätztyp Erdogan
Im Pre-K-Alter schon erfahr'n
Und seine ädrig durchknorpelte Schwellkörperpracht
War ihm immer zur Hand bei dem Weg an die Macht
Fast göttlich verstand Erdogan
Auch der Mullah Puller hochzufahr'n
Mit religiös verbrämter Kraft
Ging's jetzt um den Alleinherr-Schaft

Und ganz oben, da keimt die Recep-Eichel
Umschleimt von Alte-Männer-Speichel
Und buttergelb verkästem Samen / Ja, fußgeruchgetauft sind alle
Ergüsse, die aus Erdi kamen / Und fermentiert in Retro-Galle

Und jeder, der von diesem Gestank noch nicht blind
Lehrt jetzt sein türkisch verwurzeltes Kind:
"Fass lieber Herd und Ofen an
Als irgendwas vom Erdogan!"

Wie könn'n wir Mutter Erd erspar'n
'Nen weit'ren Tag mit Erdogan?
Bevor da wer 'nen Würgreiz kriegt
Sobald von der Türkei man spricht -
Eins der schönsten und spannendsten Länder Europas!
... in der Hand des der Steinzeit verpflichteten Opas!?

Entledigt euch seiner, oh, ihr freundlichen Leute
Tut's mit Wut, notfalls Blut, aber tut es - noch heute!

Chicago revisited & das neunhundertsechsundsiebzigste Gedicht

Chicago Straßenflucht mit U-Bahn

Ripostegedicht zu "Erinnerung an die Marie A." von B. Brecht

Erinnerung an den Bertolt B.

Es war nicht September, er war auch kein Sommer
Auch war er zu sehr in sich selbst verliebt (Komma)
Um mir irgendnäh're Beachtung zu schenken
Da musst er die Fakten in Lyrik ertränken

Nie war ihm all das Angefasse
Nur Fron triebgesteuerter Profanität
Alles half der Befreiung der Arbeiterklasse
Die ihn angeheuert als Verse-Athlet

So bölkte er, als er mein Höschen entfernte
"Bauer auf, zur Pflaumenernte!"
Bei dem Brecht-Techtelmechtel erkannt ich zu spät
Seinen Fetisch proletischer Fertilität

Sieben Kinder!? Bertolt, ernsthaft: sieben!?
Es ist wie erwartbar, bei einem geblieben
Denn mehr gab trotz Geschlechtsverkehr
Mein Job als Stewardess nicht her ...

Oh, ich wär ihm als Näherin lieber gewesen
Ein Zwangslieferant sozialistischer Thesen
Unser Liebesnest hat er dann ländlich geschildert
Und mit einer Wolke noch schwülstig bebildert

Nun, das einzige Luftspiel - ich erwähn es mal kurz
War ein mir beim Geschlechtsakt entglittener Furz
Über den, lacht' er, müsst' er doch irgendwas schreiben ...
Damals hoffte ich noch, Bertolt, du ließest es bleiben!

Sulden & das neunhundertvierundsechzigste Gedicht

Blick auf Sulden

Zur Anzahl von Schaukelbewegungen

Ich schaukele im Sessellift
Immer immer hin und her
So oft wie Lionel Messi trifft!

Hm, eigentlich sogar noch mehr ...

Bwabwata Nationalpark & das neunhundertfünfundfünfzigste Gedicht

Geier im Bwabwata Nationalpark

Unter Geiern

Wenn mich die Hyäne beißt
Bin ich meistens tot
Wenn auf mich der Geier scheißt
Ist vorbei die Not
Wenn in mir die Made schmatzt
Schmecke ich schon schlecht

"Wär ich doch nicht abgekratzt!", denkt sich Bertolt Brecht

St. Patrick & das achthundertsiebzehnte Gedicht

St. Patrick's Day Umzug München

Für Shane M. et al.

Groll' nicht den Drogen der Irrfahrten wegen
Ohne sie gäb' es gar keine Reise
Trünn' auch nicht ab von des Alkohols Segen
Denn wer will die Welt doppelt so leise?

Nun wiegt dich die Zerbrechlichkeit
Zu dem Sermon "Das war zu erwarten"
Der gern als nebensächlich weiht
Allen Ungestüms prächtigste Taten

Beginn'n auch meiner Jugend Helden
Sich nacheinander abzumelden
Für den Rest meiner Zeit rühr'n sie tief durch die Knochen
Schür'n hinter dem Vorhang vom einstigen Brennen
Ich hab' meine Seele längst zigmal erbrochen
Aber vier bis fünf Songs lang kann ich sie erkennen

Isaruferweg & das siebenhundertsechsundneunzigste Gedicht

Isaruferweg

Wishlist für das Totenspalier (Meine Mander)

Hier kommt meine Wishlist fürs Totenspalier
zu den Recken der Family wünsche ich mir:

Zunächst Tom Waits und Thomas Bernhard
Marlene Dietrich, Robert Gernhardt
Rivers Cuomo und Billy Bragg, Harry Belafonte
Orson Welles und Friedrich von (wie man ahnen konnte)

Falls noch Platz im Kirchlein ist:
'nen Comedian Harmonist
und dann können gleich daneben
auch The Cure ein Ständchen geben

Das hört sich dann leicht neidisch an:
Der Kaiser Maximilian

Maximilian I. von Habsburg hat für sein Grabmal 40 überlebensgroße Bronzefiguren in Auftrag gegeben, von denen 28 den – leeren – Sarg in der Innsbrucker Hofkirche eskortieren. Diese "Schwarzen Mander" stellen Familienmitglieder sowie von Maximilian auserwählte Persönlichkeiten dar.

Tor 4 & das siebenhundertachtzehnte Gedicht

Blick auf Davos

Thomas & Davos

Obschon im Reich vom Zauberberg
sich nur 'ne arme Sau verbarg
nahm int'ressiert Herr Thomas Mann
sich dezidiert des Themas an

Marienplatz & das sechshundertneunundsiebzigste Gedicht

Marienplatz

Kant

Ist Ihnen bekannt, dass Immanuel Kant
Imma ma' schnell in Kantinen verschwand?
Denn einmal darinnen,
Konnt' Kant dann von innen
Verkannte Esser viel besser versteh'n:
"Mann, imma nur Nudeln – ich kann's nimma seh'n!"

Seiten

RSS - Prommis abonnieren