Liebe und Beziehung

Klassische und sehr unklassische Liebesgedichte.

Mauritius blau & das fünfhundertvierundsechzigste Gedicht

Gabriel Island

Du Blau

Es hat, seitdem mir deine Blauheit erblaut'
Sie - rückwirkend geltend für immer -
Die Reichweite ihrer Bedeutung versaut ...
Ich hatte vom Blau keinen Schimmer!

Du halfst mir durchs Weiter-bewandert-zu-Sein
Mich für das Zu-Nichts-zu-Gebrauchen
Vom Würgegriff grässlichsten Standards zu frei'n
Und lässig in Blau einzutauchen

Rabatten & das fünfhunderteinundsechzigste Gedicht

Schlossgarten in Erlangen

Die Symmetrischen

Die Doktrin der Symmetrie versagt
Uns zwein zueinander zu finden
Auch wenn wir beide unverzagt
An Geistesverwandtschaft uns binden

Doch wie sehr du mir gleichst
Bleibt's ein Team ohne Zweck
Denn, wo du was erreichst
Schieße ich drüber weg

Farben & das fünfhundertsechzigste Gedicht

Baumblüte am Japanischen Teehaus im Englischen Garten

Kalter Frühling

Ob der letzten Ahnung von Farben
Habe ich dir alle Ganglien gebrochen
Wir schwebten mit Krähen oder Raben
Und alles hat durchgehend seltsam gerochen

So lebten wir unsere Winter im Mai
Dass ich's war, der nicht so lang durchhielt - verzeih!

Schloss Harburg & das fünfhundertfünfundfünfzigste Gedicht

Schloss Harburg

Auf der Romantischen Straße

Vom Rotlichtviertel zur Romantischen Straße
Hat unvorbereitet
'Ne Braut mich geleitet
Ich schuf 'nen Roman, sie schaute errötet
Und Amor hat laut La Paloma geflötet

Vorläufigkeit & das fünfhundertneunundvierzigste Gedicht

Schloss Charlottenburg

Work in Progress

"Kannst ja mal gucken - ist noch nicht ganz fertig!"
Mein zuckendes Restunbehagen entschwert sich
Und hofft auf entfesselnden Übermut
Belebt von deinem "Ist doch gut!"

Doch fragende Skepsis verfinstert dein Smilen
Schiebt alles Belangreiche zwischen die Zeilen
Okay, alles klar - deine Höflichkeit ehrt dich!

"Naja, wie gesagt - is' halt noch nicht ganz fertig!"

Rückert & das fünfhundertdreiundvierzigste Gedicht

Wörthsee Erholungsgelände Oberndorf

Ripostegedicht zu Friedrich Rückerts "Du bist die Ruh" - ein formaler Zwilling.

Du bist die Uhr

Du bist die Uhr
Hältst niemals still
Die Sucht, die stur
Nach vorne will

Ich eil zu dir
Du bist zu schnell
Schon fern vom Hier
An andrer Stell'

Stockt der Verkehr
So schiebst du an
Vom Hinterher
Kommt nichts voran

Treibst an den Schmerz
In deiner Brust
Spamst voll dein Herz
Bis dein Bewusst-

sein, angezählt
Ins Nichts gelangt
Von Zeit gepfählt
Der Hülle bangt

Seehausen & das fünfhundertneunzehnte Gedicht

Seehausen am Staffelsee

Der Versuch

Hätt' ich ein paar Tage nur mehr im Jahr
Und ein paar Jahre mehr fürs Gesamte vom Leben
Baut' ich mir ein Schloss für dich, zeigt' drauf: "Guck, da!"

So zeig ich, du siehst nichts, ich seufze: "Ja, eben!"

Schillerdenkmal & das fünfhundertneunte Gedicht

Schillerdenkmal München

Endlich ein Gedicht mit prominentem Herz/Schmerz-Reim! Ich bremse für niemand.

Der Einarmige

Habe mich im Netz verfangen
Und zu weit von dir entfernt
Trübnis, die wir niederrangen
War da wieder schnell erlernt

Was an kleinen Toden das Leben bestichelt
Entspringt oft der eigenen Hand
Die, bis zur Schulter abgesichelt
Ich nachts im Keller fand

Wir geben oft mehr als wir müssten
Ersparen uns auch keinen Schmerz
Verschwenden die Zeit so, als wüssten
Wir nicht um das eigene Herz

Schneebälle am Stadtmuseum & das fünfhundertvierte Gedicht

Schneebälle am Münchner Stadtmuseum

Flüchtige Bekanntschaft 1: Am Buffet

"Riechen Sie mal! Hier - das riecht fast wie Käse?!
Doch es ist: ... mein Ohrenschmalz!"
Die Frau schreckt hoch und schaut sähr bäse

Kurz beeindruckt, jedenfalls

Straßencafés & das fünfhundertzweite Gedicht

Straßencafé im Winter

Luisa, die wartet

Luisa, die wartet

Du mieser entartet-
er Wicht, auf dich!

Hat diese Geschichte sich
Nicht schon zig mal wiederholt?!
Dir Gör gehört der Arsch versohlt!

"Komm zu mir, bleib bei mir!" litaneit es in ihr
Dass sie zu solch Herzleid bereit ist, scheint mir
Deiner Randint'ressantheit so unangemessen ...!
Ihr trauriger Blick irrt gebannt wie besessen
Vorm Ahnungsschlund "Er kommt nicht mehr"

Und niemals war ein Platz so leer

Und er entleert sich noch weiter mit jeder Sekunde
Die Zähheit des Hoffens brennt tief in die Wunde
Der Zurückgewiesenheit
Bis zum Tod der Möglichkeit
Einer Welt, die sie sich für euch beide erdacht

Blieb einmal nur, wie's ausgemacht ..!

Doch du ahnst nicht einmal
Dass du all dies gestartet
Und dir wär's auch egal
Wie Luisa, die wartet

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