Feuer

Verse für die Choleriker, denen man Feuer, Sommer, Mittag und die Adoleszenz zuordnet.
Die appellativen und derben Gedichte.
Vom Schmägedicht bis zur Gossenlyrik. Auch mit einem Gedicht von Julia Engelmann, von mir selbst geschrieben.

Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Luft oder Wasser entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!

Hohentwiel & das dreihundertzweiundsechzigste Gedicht

Singen Hohentwiel

Auch wenn noch ein paar Madagaskar-Reprisen hier veröffentlicht werden, muss dieses Gedichttagebuch dem Umstand Rechnung tragen, dass ich bereits knapp zwei Wochen zurück bin im herbstlichen Deutschland und auch schon einige Tour-Stationen abgereist bin, die sich in der Warteschlange stauen. Z. B. Singen.

Romantische Zugfahrt

Von Singen bis nach Immendingen
Hatte ich sein Dingen drinnen

Der Halt in Engen war vergnüglich
Und meine Reiterei vorzüglich

In Hausach sagte ich "Gut Nacht!"
Und mein rosiger Hintern - er lächelte sacht

Rückreise & das dreihundertsechzigste Gedicht

Madagaskar Stilleben

Abschied von Madagaskar und den Seychellen. Über Abu Dhabi.

Vom anderen Ufer

"Weh mir, Emir,"
Sprach ich panisch, "Piraten!

Aus den arabischen Emiraten

Alle Welt bangt vor ihr'n
Rabiaten
Taten und Matern an Patern!"

Da war der Rat vom Emir:
"Lieber Rabbi, eh dir

Die Art der Piraten 'nen Alptraum bereite:
Die Jungs sind seit Samstag auf unserer Seite!
Selbst gläubigste Räuber treibt stets, so gelob' ick
Gewinnmaximierend Gesinnungsaerobic!"

Morondava & das dreihundertzweiundfünfzigste Gedicht

Am Strand von Morandava.

Am Strand von Morandava.

Über den Gewässern (minimalblasphemisches Seefahrergedicht)

Über den Gewässern
Ist die Luft, die dem Land fehlt
Alles würd' sich verbessern
Wenn ihr Allah mal abwählt!

(Allein deshalb wurd' hier der Freund Allah erwählt
Weil ihn der A-L-Laut so aalig begelt
Die übrigen Götter sind - in aller Kürze
Nur minimal divergent riechende Fürze)

Great Tsingys & das dreihundertachtundvierzigste Gedicht

Great Tsingys of Bemaraha

Weltnaturerbe Tsingys. Gefährlicher Ort. "Vazaha!" wird in den Dörfern jedem Weißen fröhlich hinterher gerufen und bedeutet so viel wie "Fremder!".

ResErwartet

Was ich ihr in den Gin gieß
Hoch oben in den Tsingys
Weiß einzig jener Papagei
Der warnend rief: "Geh heim, Miss!"

Es war ja kein Geheimnis
Dass jener Vazaha Gin eingieß
Und manche von den Tsingys stieß

Und heut war sie halt an der Reih'!

Afrikanische Fähre & das dreihundertsechsundvierzigste Gedicht

Fähre über den Tsiribihina

Der Weg zum Weltnaturerbe Tsingys. Zwei Boote, Brett drüber, Autofähre fertig!

Don't pay the Ferry, man!

Autofähre, Autofähre
Wenn das mal so einfach wäre
Doch nur durch Rüber-und-Zurück
Verändert sich die Welt kein Stück

Zweimal Rüberzufahren - als erste Lektion
(Ohne Zwischenzurück!) überfordert dich schon
Und gleich "Das geht nicht!" rumzuschrei'n!
Ich frag mich, wie dumm kann man sein?!
"Bla, bla, erst rüber, dann zurück...!"
Du bist ein derart blödes Stück ...

Als wenn das eine Lösung wäre
Autofähre, Autofähre

Real bad road & das dreihundertvierundvierzigste Gedicht

Straßenbaobabs auf dem Weg zum Weltnaturerbe Tsingys

Der Weg zum Weltnaturerbe Tsingys. Auf die Frage, ob man diese Straße auch zur Regenzeit befahren kann, bricht der Fahrer in schallendes Gelächter aus.

Moment der Besinnung vorm Betätigen der Fensteröffnerkurbel

Was ist leichter zu ertragen:
Hitze oder Staub im Wagen?

Touristendeck & das dreihunderteinundvierzigste Gedicht

Mit der Lakana Be 3 auf dem Tsiribihina

Für zweieinhalb Tage auf dem Tsiribihina. Eine Chaiselongue nebst Zelt als Sonnenschutz auf das Dach eines Bootes zu bauen, ist ein schöne Idee. Dort zu liegen, weckt seltsame Gedanken.

King of Africa

Ich bin der King of Afrikanu
Und lächle meiner Zukunft zu
Grins' schaisselonget vom Sonnendeck
Und praktizier' den Wonnencheck

Lass mir ein schmackhaft Hühnchen köpfen
Ein Schalentier vom Flussbett schöpfen
Derweil die Sonne maßvoll brennt
Und mich als Herrscher anerkennt

Ich nuschle straff mein "Salam'!" und "Veloma!"
Ich, King of Durchfahrt - und jetzt herrsch' du ma!

Das madagassische "o" wie in dem dem deutschen "Tschüss!" entsprechenden "Veloma!" wird wie ein "u" ausgesprochen.

Chilloutzone & das dreihundertsechsunddreißigste Gedicht

Schwarz-Weißer Vari

Aus der Reihe der Faulenzergedichte. Mit passender Vari-Übung m Frühstückstisch.

Hängematte

Die Hängematte sagt mir barsch
Dein Körperschwerpunkt ist dein Arsch
Hier sammelt sich das, was von dir von Gewicht
So zeigt dir the Hammock dein wahres Gesicht
Dein hehrer Kopf stakt leichtgewichtig
Von Hüftenschwerkraft aufgerichtet
Und nistet hart im Knotenstrang
Weil er nicht wahrhaft von Belang
Dein Zentrum ist am Ende doch
Nur triebfäkales Ausflussloch
Es scheidet zumindest den Menschen vom Tier
Das sichre Gebrauchen von Lokuspapier

Anjozorobe & das dreihundertdreißigste Gedicht

Saha Forest Camp

Auch eine notorische Situation: Leise durch den Regenwald stapfen, mit großem Interesse an demgegenüber höchst undankbarer Fauna.

Spotting the Paradise Flycatcher

"Did you see it?" "No." "There!" "Where?!"
"Jetzt seh ich ihn auch nicht mehr!"
"Doch, er sitzt doch noch hier vorn!"
"Hab ihn irgendwie verlorn ..."
"Jetzt kann man ihn ganz toll seh'n!
Kannst du mal zu Seite geh'n?!"
"Wo denn? Ich würd auch mal gern ...!"
"Ja, wie soll man das erklär'n ...?
Siehst du diesen dunklen Ast?
Etwas weiter links davon ...hast
Geseh'n? Jetzt ist er weggeflogen!"

Vielleicht wurd'st du auch angelogen.

Abu Dhabi VI & das dreihundertsechsundzwanzigste Gedicht

Cornichon-Beach

Abend an Corniche-Beach.

Zur Profanierung des Glaubens

Und zärtlich kläfft der Muezzin:
"So, allet jetzt zur Kirche hin!
Ach, wat sach ich - zur Moschee!
Aber, Jesses, wie ich seh
Will ma wieder keener beten!
Zu erschöpft vom Hoden Kneten?
Vom Befummeln eurer Biester?
Wartet nur, ihr Schweinepriester!
Ich setz nie mehr Ablassfristen -
Klär mich auf zum Atheisten
Steig schnell ab vom Minarett
Und leg mich zu euch ins Bett!"

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