Feuer

Verse für die Choleriker, denen man Feuer, Sommer, Mittag und die Adoleszenz zuordnet.
Die appellativen und derben Gedichte.
Vom Schmägedicht bis zur Gossenlyrik. Auch mit einem Gedicht von Julia Engelmann, von mir selbst geschrieben.

Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Luft oder Wasser entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!

Streifengnu & das neunhundertzweiunddreißigste Gedicht

Streifengnus im Etosha Nationalpark

Solidarität

"Und sahet ihr auch Gnus?" "Fürwahr,
Auf unsrer Fahrt durch Afrika
Da sahen wir auch Gnus!
Und das in wahrlich großer Zahl!
Auch blieb es nicht bei einem Mal ..."
"So oft sahet ihr Gnus?!"
"Naja, wir hatten kein Wahl!
Den meisten sind ja Gnus egal -
Drum wundert fast Ihr anormal-
Es Fragen nach den Gnus?!"
"Ja, wissen Sie - ich bin so einer
Nach dem fragt für gewöhnlich keiner
Drum solidarisier' ich mich
Mit einem Tier, das so wie ich!
Dann frag' ich das Unfragenswerte
Grad so, als ob es mich was scherte."

Neptunbrunnen München & das neunhundertsiebenundzwanzigste Gedicht

Neptunbrunnen im Alten Botanischen Garten

Nachwuchsförderung

Die Liebe, die Liebe, die körperliche Liebe
Ist der baumelnde Hoden im Schritt der Religion
Wie gerne verböt' man das In-sich-Geschiebe
Und mit ihm der Sünde allmächtigen Thron!

Da Gott ja auch weiß, wie es is'
Schloss er den stillen Kompromiss:

Wenn's euch so unabdingbar drängt
Zu rammeln wie die Tierchen -
Sei gleich, wer da wo seinen Pimmel versenkt -
Nur füllt mir meine Kirchen!

Alter Botanischer Garten & das neunhundertfünfundzwanzigste Gedicht

Neptunbrunnen im Alten Botanischen Garten

Wahre Werte

Ein oft geteilter Tweet, mein Spatz
Taugt leider nicht als Gliedersatz!
Auch sechs Millionen YouTube-Klicks
Entbehr'n der Echtheit eines Ficks!

Der Mensch, er kann sich nicht entsinnen
Du spürst es ganz tief in dir drinnen!

Warschauer & das neunhundertdreiundzwanzigste Gedicht

S-Bahnhof Warschauer Straße

U-Bahnvibe und Unterleib

An dem untersten Ende der Fahrgästerücksicht
Steh'n die rollkofferzieh'nden Touristen
Für die geht man sowas von nicht-aus-dem-Weg
Denen funkelt es zu: "Bei der nächsten Begeg-
Nung werd'n wir eure Bauchnäbel fisten!"

Doch am untersten Ende der Fahrgästerücksicht
Muss keiner sich langfristig quälen
Und wird daheim vom roughen Charme
In dem Berliner U-Bahndarm
Fast süffisant erzählen

Berliner Sommer & das neunhundertzweiundzwanzigste Gedicht

Berliner Sommer am S-Bahnhof Landsberger Allee

Berlin kann kein Sommer

Berlin ist im Sommer immer so hilflos
Und sieht dabei oft scheiße aus
Stolziert dann umher wie'n williger MILFschoß
Und pfeift sich selbst nach: "Heiße Maus!"

Hier dörrt jeder Grashalm 'n Spürchen zu schnell
Und verkleidet sich manch Mensch zu mutig
Hier staubt hohle Wärme 'n wenig zu grell
Ist das Grillgut ein bisschen zu blutig

Bei brüllendster Hitze wird romantisiert:
Diese Stadt macht aus uns Sukkulenten!

Berlin kann kein Sommer - dein Touristguide irrt
Diesen Kram glaub'n hier nur die Studenten

Potsdamer Platz & das neunhunderteinundzwanzigste Gedicht

 Potsdamer Platz

Potsdamer Platz (und ein, zwei Gedanken über eine Namensänderung)

Potsdamer Platz, Potsdamer Platz
Auf dich reimt sich eig'ntlich nur Kotzalarm, Schatz!

Wie: "Ach, da schau ma' her, hey - das wusst' ich ja nich!"
Mensch, Platz, dafür braucht's auch 'nen Dichter wie mich
Wie: "Toll, aber fällt dir nichts Schöneres ein?"
Nun, Kotzalarm, Schatz! kann so schlecht ja nicht sein
Impliziert doch der Reim: Da sind zwei, die noch fighten
Für die Liebesbeziehung in schwierigen Zeiten

"Mein Zielpublikum wird das wohl nicht so versteh'n ..."
Dann müssen wir beide am Endreim was dreh'n

Hier kommt schon Teil Zwo: Gib Pföt'gen, Schatz!
Und dich, dich nenn'n wa Klötgen-Platz!

Einverstanden? "Ja, ok!"
Ich glaub's, wenn ich die Schilder seh'...

Salzach & das neunhundertneunzehnte Gedicht

Salzach bei Burghausen

Ripostegedicht auf das Liebe-Brauen-Blumen-Ghasel von Hafis

Ohne Titel

Mir wird so blumig
Wenn beharrlich
Deine Wimpern klimpern
In einem Bett aus Blütenblättern
Wär's jetzt schön zu p....
Nein, also bitte, das sag ich jetzt nicht!
Wozu willst du mich denn da zwingen, Gedicht!?
Ich wollte mit Versen auf Daunenpantoffeln
Bloß morgentauzärtlich betropfen
Was von Blütenstaubstempeln zu Früchten gereift
Im Wunsch, meine Liebste zu st...
Ach, Mensch, dieses Reimen bringt mich noch in Verruf!
Aber das bin nicht ich, der solch Anstöße schuf!
Ich wollt' nur leis preisen
Die Brauen der Braut
Gleich dem Flockengewölk unterm stahlblauen Himmel
Und mit meines Schöpfers unendlicher Gnad
Frohlockt nun mein vorfreudigst bebender ...
Ach, vollkommene Ruh - da ich neben dir döse
Benebelt vom rosigen Duft deiner ...
Ich will Schwüre in Rinden
Von dir schwärmend ritzen
Und unentwegt mit Sper... spr... ...

Warum nur trifft heut meine Reime
Die volle Wucht der Unzuchtkeime?!
Ich hatte ja wirklich nur Reinstes im Sinn!
Alleine der Reim trieb mich immer wo hin!

Nun füg dich meiner Absicht, du schlimmes Gedicht
Benimm dich gefälligst - sonst schreib ich dich nicht!

Wöhrsee & das neunhundertfünfzehnte Gedicht

Wöhrseebad Burghausen

Gen Ezareth

Klar, kann ich auch übers Wasser geh'n
Und jedweden Fluss wie ein Laufband besteh'n!

Doch besser
Gefällt mir in puncto Gewässer
Die Option, darin nackig zu schwimmen

Biste eher so einer, der von oben erlöst?
Oder mehr wer, der sich zum Vergnügen entblößt?

Das mag jeder selber bestimmen

Hans Sachs-Brunnen & das neunhundertachte Gedicht

Nürnbergs Hans Sachs-Brunnen/Ehekarussell (auch Ehebrunnen genannt)

Nich' gern geseh'n (Du und Deine Danebenbenehmenpläne!)

Zügel' Dich, Du Wüterich!
Zürne nich' und richte Dich
Nach hier eingelebten Regeln,
Die die Akzeptanz von Flegeln
Ganz gewisslich
Niemals, nie, nich'
Wohlgefällig inkludieren –
Kannst es ruhig ausprobieren!
Aber dann beschwer' Dich nich' ...
Besser noch: Entferne Dich!

Französischer Garten & das neunhundertsechste Gedicht

Celle, Französischer Garten

Der Übrigen Weg

Und fragt dich - vor einen Spiegel gestellt
Wolltest du nicht etwas mehr von der Welt?

Naja, egal - es hat das Leben
Schon frühzeitig dich aufgegeben
Der übrigen Bewerber wegen
(hat nicht nur an dir gelegen!)

Doch eh du uns vor Neid erblasst
Genieß, dass du schon Freizeit hast!

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