Erde

Verse für die Melancholiker, denen man Erde, Herbst, Abend, Erwachsenenalter zuordnet.
Die besinnlichen und leisen Gedichte.
Von Aphorismen bis zur Vanitasdichtung.

Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Luft oder Feuer entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!

Trockenfischraub & das eintausendachtundachtzigste Gedicht

Am Fischmarkt von Negombo

Nun sterben schon die mit den kindlichen Namen II

Nun sterben schon die mit den kindlichen Namen
Und schließen verbliebene Lücken.
Solange die Einschüsse näher nur kamen,
Rief uns keine Zwanghaft zum Särgebestücken.

Nun kann man den Abstieg mit Namen benennen
(und die waren ja längst noch nicht dran!).

Vorm Stimmbruch Verstummende lehr'n mich erkennen:
Zum Bald neigt sich mein Irgendwann.

Tee & das eintausendsiebenundachtzigste Gedicht

Teeplantagen im Hochland Sri Lankas

Nun sterben schon die mit den kindlichen Namen I

Nun sterben schon die mit den kindlichen Namen.
All die Davids und Laras verwesen.
Verwaist sind die Logins der ehemals Warmen,
Manche Tweets werden nie mehr gelesen.

Zu deiner Zeit den Speicherstick den Deinigen zu geben
Versäume nicht, oh Wanderer, als Ziel von deinem Leben!

Top of Sigiriya & das eintausendeinundsiebzigste Gedicht

Chinesiche Reisegruppe auf dem Sigiriya Felsen

Sri Lanka

Sri Lanka hat dem Elend die Zähne gezogen
Doch schleicht wie in Deckung vorm fehlenden Biss
Wankt stets, aller Sorglosigkeiten betrogen

Wer bewahrt Paradiese vorm nächsten Verriss?

Trockenfisch & das eintausendsiebzigste Gedicht

Fischmarkt in Negombo

Vom Fernreisen

... fliegen Eindruck und Eindruck unprägsam dahin ...
Nur wohin mit dem Neubekannten?
Ich weiß nur noch wo, nicht mehr, wo ich noch bin
Seh ständig Elefanten

Von Geschmäcker Witterungen
Werd ich stetig angesprungen
Notier mir nichts denn Namen

Mein Heim ertrinkt in Souvenirs
Der Überflüssigkeit. Nur mir‘s
Bekannt, weshalb sie kamen

Ella & das eintausendneunundsechzigste Gedicht

Ravana Falls in Ella

Abschließender Hinweis zum Gebrauch

All die spätentdeckten Nutzungsoptionen
Die dem Geräte innewohnen
Und von zweckingenierten Heurekas erzählen
Still eingepfercht in Wartesälen

All das, was ich ungenutzt dennoch besaß
Als Chance, mein Machen auszuweiten
Ein von Bedienmanuals gut gehüteter Spaß
Denn immerzu fehlten die Zeiten

Kandy & das eintausendachtundsechzigste Gedicht

Poya Parade in Kandy

Lea likes Airbnb

Nach dem Räumen der Räume von alten Geschichten
Ziehen neue Mieter ein
Auch die werden träumend, sich einrichtend, dichten
Und bald so alt wie alle sein

St. Peter & das eintausendeinundsechzigste Gedicht

Blick auf den Turm von St. Peter Zürich

Einebnung

Von den Grabsteinen werden die Namen geschliffen
Dass 'ne Neutraurigkeit sie verwendet

In deren Vermutung hab ich erst begriffen
Wie sehr unsre Gültigkeit endet

Zürich & das eintausendneunundfünfzigste Gedicht

Zürich Stadtansicht

In der Vorrunde Soundso

Wieder döppt man mich für fünf Minuten
In den schwallenden Brei der Redundanz
Und entschieden trotzt mein Hirn den Fluten
Gereckt nach den Bojen der Eleganz

Doch die Welle wird mich überspülen
Nicht lassen zu fassen mit Dominanz
Ich kann meine Qualen nichtmal fühlen
Im Unertrag bettet mich Rede, ganz

Spreehafen & das eintausendvierundfünfzigste Gedicht

Spreehafen

Auf Abstand

Wie könnt ich dir mehr als nur undankbar sein
Da ich dich von außen betrachte?
Wir war'n wie aus Volldampf im Mittenhinein
Und opferten nichts dem Verdachte

Mancher Zustand drängt nicht, ihn als Glück zu versteh'n
Und versinkt dann im Zuselbstverständlich
Wir trudeln fast lieblos durchs Weitergescheh'n

Und markieren Versprechen als endlich

Luitpoldpark & das eintausendsiebenundvierzigste Gedicht

Luitpoldpark in Schwabing

Unherbst (Flammt ein Flämmchen)

Flammt ein Flämmchen alter Wärme
Um dein kaltes Haus
Sein Gemüt voll Wellnesstherme
Schrüht vor Saus und Braus

Dabei war bei uns Lethargie allseits beschlossen
Das Rücktrittsgedudel ward weidlich genossen

Was hadert das Gedärme?

Erst proklamiert sich neue Zeit
Nun schlampt sie mit der Gültigkeit
Und mogelt sich hinaus

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